Kurz vor der feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse haben sich am Mittwochabend rund 300 Menschen vor dem Gewandhaus versammelt, um gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zu protestieren. Die Kundgebung geht auf einen Aufruf des Bündnisses „Leipzig nimmt Platz" zurück.
Die Demonstrierenden hielten Plakate hoch, auf denen Weimer unter anderem als „Kulturkampf-Minister" und „Kunstbanause" bezeichnet wurde. Darüber hinaus verteilten die Protestteilnehmer symbolisch Rote Karten, mit denen sie sich gegen das richteten, was sie als „Gesinnungsschnüffelei" bezeichnen.
Ministerpräsident Kretschmer mit deutlichen Worten
Im Saal gibt es Buhrufe gegen Weimer beim Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagt deutlich: „Wir hören mit dem Archivieren der Bücher erst auf, wenn es keine Bücher mehr gibt.“ Weimer hatte sich gegen einen Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig entschieden.
Auslöser der Proteste ist der Ausschluss mehrerer als links geltender Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis. Die Entscheidung wird dem Verantwortungsbereich des Kulturstaatsministers zugerechnet und hat in Teilen der Branche für erheblichen Unmut gesorgt.
Die Leipziger Buchmesse gilt als eine der wichtigsten Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.


