Scharfe Kritik am Sender

„Untergräbt ein Stück weit die Glaubwürdigkeit des Senders“: Weimer zu KI-Material beim ZDF

Der öffentlich-rechtliche Sender geriet wegen fehlender Kennzeichnung von KI-Material in die Kritik. Jetzt äußert sich der Kulturstaatsminister.

Wolfram Weimer (parteilos), Staatsminister für Kultur und Medien, äußert sich zu der Kritik am ZDF.
Wolfram Weimer (parteilos), Staatsminister für Kultur und Medien, äußert sich zu der Kritik am ZDF.Oliver Berg/dpa

Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat sich zu der scharfen Kritik am ZDF nach der nicht gekennzeichneten Verwendung von KI-Material bei einer „heute journal“-Sendung geäußert. 

In dem viel kritisierten Beitrag vom 15. Februar ging es um die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Auf den Bildern war unter anderem zu sehen, wie eine Frau und zwei Kinder auf der Straße von Einsatzkräften abgeführt werden, dieser Clip wurde jedoch von KI generiert und zeigt in diesem Fall keine realen Geschehnisse.

Weimer zum ZDF: „Fehler passieren ja in vielen Redaktionen“

Gegenüber Welt TV sagte Weimer auf die Frage, ob nach der Entschuldigung und Richtigstellung des ZDF noch weitere Konsequenzen folgen müssten: „Das ist natürlich ein unangenehmer Vorgang und das untergräbt auch ein Stück weit die Glaubwürdigkeit des Senders“. Doch die Kollegen hätten sich entschuldigt. „Die haben einen Fehler gemacht, damit ist die Sache dann auch gut, Fehler passieren ja in vielen Redaktionen“, so Weimer.

Das ZDF hatte am Dienstag klargestellt: „Diese Kennzeichnung wurde bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen“. Auf den von KI generierten Videos wurde das Wasserzeichen der KI „Sora“ angezeigt.

Weiter teilte der Sender mit, die Redaktion habe den Fehler korrigiert und das Video entsprechend angepasst „In den KI-Grundsätzen des ZDF ist festgelegt, dass KI-generiertes Bildmaterial immer transparent gekennzeichnet wird.“

In einem Statement des ZDF, das später am Dienstag veröffentlicht wurde schreibt der Sender weiter: „Eine weitere Sequenz, in der ein Kind abgeführt wird, ist zwar real, stammt aber aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022“. Das KI-Material habe „aus dem Netz“ gestammt.

In der ZDF-Mediathek ist inzwischen eine geänderte Ausgabe der „heute journal“-Sendung zugänglich. Die KI-Bilder sind darin ersetzt durch andere Videosequenzen und Standbilder. Über Teilen des Beitrags ist ein Balken eingeblendet mit dem Hinweis: „Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert“.