Die letzte Brandschutz-Kontrolle in der abgebrannten Diskothek in Kehl lag zum Zeitpunkt des Feuers bereits deutlich über der gesetzlichen Frist. Wie eine Sprecherin der Stadt Kehl mitteilte, fand die letzte sogenannte Brandverhütungsschau im Jahr 2017 statt – obwohl solche Überprüfungen in Baden-Württemberg alle fünf Jahre vorgeschrieben sind. Zuerst hatte der Schwarzwälder Bote darüber berichtet.
In dem Club im Ortenaukreis nahe der französischen Grenze war ein Feuer ausgebrochen, das sich über beide Stockwerke erstreckte und das gesamte Gebäude zerstörte. Rund 750 Menschen konnten sich eigenständig in Sicherheit bringen, niemand wurde nach Angaben der Polizei schwerer verletzt. Den Sachschaden schätzen die Ermittler auf einen unteren einstelligen Millionenbetrag.
Bei der letzten Kontrolle 2017 wurden Mängel festgestellt
Als Grund für die versäumte Kontrolle verwies die Stadtsprecherin auf einen erheblichen Fachkräftemangel: „Aufgrund der Personalsituation ist es nicht möglich, alle Brandverhütungsschauen – von denen jede einzelne einen großen Arbeitsaufwand bedeutet – in den vorgegebenen Zeitrastern vorzunehmen." Mit diesem Problem stehe Kehl nicht allein da. Deshalb müssten Prioritäten gesetzt werden, die vor allem auf städtischen Versammlungsstätten wie Schulen und Kindertageseinrichtungen lägen, von denen es eine hohe Anzahl gebe.
Bereits bei der Brandverhütungsschau im Jahr 2017 waren in dem Club Mängel aufgefallen, so die Sprecherin. Der Betreiber habe diese bis 2022 behoben und der Stadt entsprechende Nachweise vorgelegt. Welcher Art die Mängel waren, ließ die Stadt offen. Der Club-Betreiber war nach dem Brand für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


