Der neue oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat sich erstmals seit seiner Ernennung geäußert. „Der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus“ müsse weiterhin genutzt werden, hieß es in einer Erklärung Chameneis, die im iranischen Staatsfernsehen verlesen wurde. Die wichtigte Handelsroute ist seit rund zwei Wochen faktisch blockiert. Als Folge stieg der weltweite Ölpreis stark an.
Zudem forderte er Rache für die Kriegsopfer. Der 56-jährige Chamenei betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen in Minab. Die New York Times hatte berichtet, dass das US-Militär nach vorläufigen Ergebnissen einer internen Untersuchung davon ausgeht, dass der Angriff offenbar durch die USA verursacht wurde, möglicherweise durch fehlerhafte Zielkoordinaten.
Modschtaba Chamenei forderte weiterhin Länder der Golfregion und im Nahen Osten dazu auf, US-Militärstützpunkte zu schließen. Rache habe Priorität, bis sie „vollständig erreicht“ worden sei, sagte er und bedankte sich bei der „Widerstandsfront“ im Jemen, Libanon und Irak.
Berichte über Verletzung von Modschtaba Chamenei
Sein Vorgänger und Vater, Ali Chamenei, war am 28. Februar bei US-israelischen Angriffen auf Teheran getötet worden. Modschtaba Chamenei wurde am Sonntag als sein Nachfolger zum politischen und geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt.
In den vergangenen Tagen hatten mehrere Medien berichtet, Modschtaba Chamenei sei am 28. Februar ebenfalls verletzt worden. Der iranische Botschafter in Zypern, Alireza Salarian, sprach gegenüber dem Guardian von Verletzungen Chameneis an den Beinen, einer Hand und einem Arm. (mit AFP, dpa)

