Iran-Krieg

Iran legt neues Angebot für Verhandlungen mit den USA vor – Ölpreise geben nach, Trump reagiert

Seit Wochen herrscht ein Patt im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Nun signalisiert Teheran Bewegung mit einem neuen Angebot. Die Ölpreise geben nach, aber Trump ist nicht überzeugt.

US-Präsident Donald Trump (l)und US-Außenminister Marco Rubio im Situation Room im Weißen Haus in Washington.
US-Präsident Donald Trump (l)und US-Außenminister Marco Rubio im Situation Room im Weißen Haus in Washington.The White House/AP

Der Iran hat einen neuen Vorschlag für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten übermittelt. Wie zunächst über iranische Medien verbreitet wurde, sei das Angebot über pakistanische Vermittler übermittelt worden. Pakistanische Regierungsvertreter bestätigten dem US-Sender CBS News, das überarbeitete Papier sei an US-Stellen weitergeleitet worden. Auch Quellen von CNN und Axios bestätigten den neuen Vorstoß.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich kurz nach Bekanntwerden des iranischen Vorschlags zurückhaltend. „Der Iran will einen Deal machen, aber ich bin nicht zufrieden damit“, sagte er Reportern im Weißen Haus laut dem US-Sender CNBC. „Der Iran will einen Deal machen, weil er kein Militär mehr übrig hat.“

Ein vorheriger iranischer Vorschlag war von Trump ebenfalls zurückgewiesen worden. Dieser hatte nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters vorgesehen, Gespräche über das iranische Atomprogramm zu vertagen und zunächst über die Aufhebung der Seeblockade in der Straße von Hormus sowie ein Kriegsende zu verhandeln.

Der Sonderbeauftragte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, übermittelte daraufhin am Montag laut dem US-Nachrichtenportal Axios eine Liste mit Änderungswünschen, die das Atomthema wieder in den Entwurf einfügen sollen. Eine der Forderungen sieht laut einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle vor, dass der Iran sich verpflichtet, während laufender Gespräche kein angereichertes Uran aus seinen bombardierten Atomanlagen zu verbringen oder Aktivitäten an diesen Standorten wieder aufzunehmen. Zum Inhalt des neuen Vorschlags machten die Quellen zunächst keine Angaben.

Ölpreise geben nach Bekanntwerden nach

Nach dem Bericht über ein neues Verhandlungsangebot gaben die erneut etwas Ölpreise nach. Die Nordsee-Sorte Brent verlor 0,4 Prozent auf 109,96 US-Dollar je Barrel, nachdem der Preis am Donnerstag mit 126 Dollar den höchsten Stand seit März 2022 erreicht hatte. In den USA stieg der durchschnittliche Benzinpreis nach Angaben des Senders CNN auf 4,39 Dollar je Gallone – der höchste Wert seit Juli 2022.

Seit Beginn des Krieges blockiert der Iran die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen verlaufen. Die US-Marine ihrerseits unterbindet iranische Ölexporte. Eine Waffenruhe gilt seit dem 8. April.

Trump beriet mit Sicherheitsteam über militärische Optionen

Trump beriet sich nach Angaben von Axios am Donnerstagnachmittag rund 45 Minuten lang im Lagezentrum des Weißen Hauses mit seinem Sicherheitsteam zum weiteren Vorgehen. An dem Treffen nahmen demnach Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, CIA-Direktor John Ratcliffe und Witkoff teil.

Der Befehlshaber des US-Zentralkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, und der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, unterrichteten Trump nach Angaben zweier US-Regierungsvertreter über neue Pläne für mögliche Militärschläge gegen den Iran.

„Niemand weiß, was die Gespräche sind, außer mir und einigen wenigen anderen. Sie wollen unbedingt einen Deal machen“, sagte Trump im Oval Office. Die iranische Seite stellt es laut Axios umgekehrt dar und behauptet, Trump sei derjenige, der dringend ein Abkommen suche.

Teheran droht: „Lange und schmerzhafte Schläge“

Ein hochrangiger Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden warnte laut Reuters am Donnerstag vor neuen US-Angriffen. Diese würden „lange und schmerzhafte Schläge“ gegen US-Stellungen in der Region nach sich ziehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, dämpfte Erwartungen an schnelle Ergebnisse der Gespräche.

Trump erklärte indes, niemand außer ihm und einigen wenigen kenne den Stand der Verhandlungen. Er bekräftigte, der Iran werde keine Atomwaffe erhalten dürfen.

Frist für US-Kriegsbefugnis läuft aus

In Washington läuft derweil am Freitag eine Frist nach der „War Powers Resolution“ von 1973 ab, die den Einsatz von Streitkräften ohne Zustimmung des Kongresses begrenzt. Ein hochrangiger Regierungsvertreter erklärte laut Reuters, durch die Waffenruhe seien die Kampfhandlungen im Sinne des Gesetzes beendet. Mehrere Demokratische Abgeordnete widersprechen dieser Auslegung.

Frankreich, Großbritannien und weitere Staaten beraten unterdessen über eine Koalition zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus, wollen sich nach eigenen Angaben aber erst nach Kriegsende beteiligen.