Energie

Iran-Krieg könnte EU-Debatte über russisches Gas neu entfachen

Aufgrund des Iran-Kriegs stockt die Gasversorgung, Preise schießen hoch. Könnte die Diskussion über russisches Gas wieder aufflammen?

Norwegens Energieminister Terje Aasland befürchtet eine neue Debatte, um die Energieversorgung mit russischem Gas.
Norwegens Energieminister Terje Aasland befürchtet eine neue Debatte, um die Energieversorgung mit russischem Gas.Ole Berg-Rusten/imago

Norwegens Energieminister Terje Aasland hat am Dienstag davor gewarnt, die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran könnte die Debatte über ein schnelleres Ende russischer Gasimporte in die EU neu entfachen. „Die EU hat sehr deutlich gemacht, dass sie sich von russischem Öl und Gas lösen will, aber die Ereignisse der letzten drei bis vier Tage waren ebenfalls schwierig“, sagte Aasland auf einer Konferenz in Oslo laut der Nachrichtenagentur Reuters. „Angesichts der geopolitischen Lage glaube ich, dass die Debatte wieder aufflammen wird.“

Erst im vergangenen Monat hatten die EU-Staaten ein Importverbot für russisches Gas bis Ende 2027 endgültig gebilligt. Norwegen ist als Europas größter Gasproduzent mit rund 30 Prozent Marktanteil ein zentraler Akteur in dieser Debatte.

Energiepreise steigen massiv

Hintergrund der Warnung: Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden erklärte am Montag die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports fließt, für geschlossen. Katar stoppte seine gesamte LNG-Produktion, Saudi-Arabien schloss seine größte Raffinerie, die Förderung im irakischen Kurdistan kam zum Erliegen. China erhöhte nach Berichten den Druck auf Teheran, um eine Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu erreichen.

Die Rohölsorte Brent stieg am Dienstag um sechs Prozent auf 82,68 Dollar pro Barrel, europäische Gaspreise kletterten um 75 Prozent. Bernstein hob seine Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar an – bei einem langwierigen Konflikt seien 120 bis 150 Dollar möglich.