Sicherheitspolitik

Indonesien und Australien bauen Militärkooperation aus – neue Formate mit Japan geplant

Indonesien und Australien vertiefen ihre militärische Zusammenarbeit. Künftig sollen auch regionale Partner wie Japan oder Papua-Neuguinea stärker eingebunden werden.

Indonesiens Präsident Prabowo Subianto, Verteidigungsminister Sjafrie Sjamsoeddin und General Agus Subiyanto bei einer Truppeninspektion.
Indonesiens Präsident Prabowo Subianto, Verteidigungsminister Sjafrie Sjamsoeddin und General Agus Subiyanto bei einer Truppeninspektion.Tatan Syuflana/AP/dpa

Indonesien und Australien wollen ihre militärische Zusammenarbeit ausbauen und stärker für regionale Partner öffnen. Verteidigungsminister Sjafrie Sjamsoeddin kündigte nach einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Richard Marles in Jakarta an, trilaterale Formate unter anderem mit Japan zu entwickeln, wie Reuters berichtete. Eine eigenständige Bestätigung aus Tokio lag zunächst nicht vor.

Sicherheitsachse mit regionaler Ausweitung

„Die trilaterale Kooperation wird zwischen Indonesien, Australien und Japan entwickelt“, sagte Sjafrie. Ein paralleles Format solle Papua-Neuguinea einbinden. Marles bestätigte laut einer Mitschrift seines Verteidigungsministeriums, dass ein erstes trilaterales Treffen mit Papua-Neuguinea im Dezember 2025 stattgefunden habe; das nächste sei für Ende 2026 geplant.

Ab Beginn 2027 soll ein indonesischer Oberst in die 1. Brigade der australischen Armee in Darwin eingebunden werden. Der Offizier bleibe der indonesischen Armee unterstellt, werde aber im Tagesgeschäft in die Brigade integriert, die auch mit der rotierenden Präsenz der US-Marines in Nordaustralien zusammenarbeiten, so Marles.

Noch in diesem Jahr soll ein australisches Erkundungsteam die Insel Morotai in den Nordmolukken besuchen, um den Ausbau eines Truppenübungsplatzes vorzubereiten. Es handle sich um eine indonesische Einrichtung, bei der Australien Trainingsmöglichkeiten erhalten soll. Sjafrie sprach sich laut der in Singapur erscheinenden Straits Times dafür aus, den Truppenübungsplatz auch Japan, den Philippinen und Singapur zugänglich zu machen.

Auf Nachfragen zu Spannungen mit China sagte Marles, die Zusammenarbeit richte sich gegen kein Drittland. Sjafrie sagte laut der staatlichen indonesischen Nachrichtenagentur Antara zudem, die enge persönliche Beziehung zu Marles treibe den Ausbau der Kooperation voran.

Die Annäherung folgt auf Jahrzehnte wechselhafter Beziehungen. Ein erstes Sicherheitsabkommen von 1995 kündigte Indonesien 1999 nach dem australisch geführten Friedenseinsatz in Osttimor auf. Der Lombok-Vertrag von 2006 stellte die Zusammenarbeit wieder her, doch Verwerfungen – etwa Abhörvorwürfe und die Hinrichtung australischer Drogenschmuggler – belasteten das Verhältnis wiederholt.

Jakarta-Vertrag vor allem politisches Signal

Am 6. Februar unterzeichneten Australiens Premierminister Anthony Albanese und Präsident Prabowo Subianto den Jakarta-Vertrag. Albanese sprach laut AP von der engsten Beziehung „aller Zeiten“. Canberras Außenministerin Penny Wong nannte den Vertrag den wichtigsten bilateralen Schritt seit drei Jahrzehnten.

Susannah Patton vom australischen außen- und sicherheitspolitischen Thinktank Lowy Institute bewertete ihn gegenüber AP jedoch als „symbolisches Abkommen“ – kein gegenseitiger Verteidigungspakt, da dies für das blockfreie Indonesien politisch nicht tragbar wäre. Australien habe dabei die Bereitschaft Prabowos genutzt, mit außenpolitischen Traditionen zu brechen.