Arbeitsplatzabbau

Ikea schließt großes Servicecenter: Fast 300 Beschäftigte verlieren ihren Job

Ikea macht Callcenter in Rostock dicht. Mehere hundert Mitarbeiter betroffen, darunter viele mit Einschränkungen. Verdi nennt die Entscheidung sozial unverantwortlich.

IKEA Deutschland schließt seinen Servicestandort in Rostock.
IKEA Deutschland schließt seinen Servicestandort in Rostock.IMAGO / Marc Stinger

Der schwedische Möbelkonzern Ikea schließt zum 30. September sein Kundenservice-Center in Rostock. Fast 280 Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz, wie die Gewerkschaft Verdi bestätigte. Die Belegschaft wurde am Mittwochmorgen bei einer Betriebsversammlung informiert – nach Angaben des Betriebsrats völlig überraschend, wie die Ostsee-Zeitung berichtete.

Der Rostocker Standort war einer von drei Servicecentern in Deutschland und seit 2006 in Betrieb. Angesichts der Milliardengewinne des Konzerns stößt die Schließung auf scharfe Kritik.

So heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Ver.di: „Neben intransparentem Vorgehen wurde von IKEA auch die Beteiligung von der Arbeitnehmervertretung aktiv und systematisch behindert. Der Betriebsrat wurde bewusst erst eine halbe Stunde vor der Gesamtbelegschaft über die Standortschließung informiert.“

Offizielle Begründung von IKEA: Mietvertrag ausgelaufen

Ikea begründet den Schritt mit dem Auslaufen des Mietvertrags und der Unwirtschaftlichkeit eines Neubaus. Das Center ist Untermieter in einem Bürokomplex gegenüber dem Einrichtungshaus in Rostock-Schutow. In der Belegschaft wird laut Ostseezeitung allerdings vermutet, dass auch der Einsatz von KI-gestützten Bots hinter der Entscheidung stehen könnte.

Besonders brisant: Das Servicecenter hatte sich laut Rostocker Stadtpolitik jahrelang als inklusiver Arbeitgeber positioniert. Es wurden gezielt Menschen mit Einschränkungen eingestellt. Gerade diese Beschäftigten dürften auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer zu vermitteln sein. (mit dpa)