Rechtsstreit

Üble Nachrede: IG Metall stellt Strafanzeige gegen Werksleiter von Tesla in Grünheide

Vergangene Woche stellte Tesla Strafanzeige gegen einen Gewerkschaftler. Jetzt legt die IG Metall nach. Der Streit schwelt schon länger.

Der Streit zwischen Tesla und der IG Metall wird vor Gericht ausgetragen.
Der Streit zwischen Tesla und der IG Metall wird vor Gericht ausgetragen.Patrick Pleul/dpa

Die Gewerkschaft IG Metall hat Strafanzeige gegen den Werksleiter der Tesla-Fabrik in Grünheide, André Thierig gestellt. Wie die Gewerkschaft mitteilte, wurde die Anzeige wegen „übler Nachrede“ gestellt.

Zeitgleich habe die IG Metall beim Arbeitsgericht Frankfurt/Oder eine Einstweilige Verfügung beantragt, um Thierig „die weitere Verbreitung falscher Behauptungen zu untersagen“.

Tesla stellte bereits Anzeige gegen IG Metall-Gewerkschaftler

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Tesla Strafanzeige gegen ein Mitglied der Gewerkschaft gestellt hat. Dem Mitglied wurde vorgeworfen, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben. Der Gewerkschaftler der IG Metall habe als externer Gast an der Betriebsratssitzung der Gigafactory in Grünheide bei Berlin teilgenommen, hieß es in einer Mitteilung Teslas an die Mitarbeiter. Der Gewerkschaftler sei erwischt worden, schilderte Thierig. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt. Die IG Metall behauptet derweil, der Gewerkschaftler werde zu unrecht beschuldigt.

Die IG Metall reagierte auf die Anzeige und bezeichnete die Vorwürfe als „kalkulierte Lüge“ und „Schmutzkampagne“. Mit der jetzt gestellten Anzeige reagiere die Gewerkschaft „auf Aussagen des Tesla-Geschäftsführers, in denen er im Betrieb und in der Öffentlichkeit wahrheitswidrig Vorwürfe gegen einen IG Metall-Beschäftigten erhebt“.

„Wir werden nicht zulassen, dass Tesla mit diesem Angriff auf die Demokratie im Betrieb durchkommt“, so Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Das von Tesla initiierte Strafverfahren gegen einen IG Metall-Beschäftigten solle schnell abgeschlossen werden. Die Gewerkschaft fordert, dass die Ermittlungsergebnisse vor der Betriebsratswahl Anfang März vorliegen.

Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall ist nicht neu. Ende Dezember lehnte Werksleiter Thierig die Einführung eines Tarifvertrags, wie von der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gefordert, kategorisch ab. Die IG Metall beklagt, dass die Bezahlung bei Tesla ohne einen Tarifvertrag deutlich unter dem Niveau in anderen Autowerken in Deutschland bleibe.