Die Gewerkschaft IG Metall hat Strafanzeige gegen den Werksleiter der Tesla-Fabrik in Grünheide, André Thierig gestellt. Wie die Gewerkschaft mitteilte, wurde die Anzeige wegen „übler Nachrede“ gestellt.
Zeitgleich habe die IG Metall beim Arbeitsgericht Frankfurt/Oder eine Einstweilige Verfügung beantragt, um Thierig „die weitere Verbreitung falscher Behauptungen zu untersagen“.
Tesla stellte bereits Anzeige gegen IG Metall-Gewerkschaftler
Vergangene Woche wurde bekannt, dass Tesla Strafanzeige gegen ein Mitglied der Gewerkschaft gestellt hat. Dem Mitglied wurde vorgeworfen, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben. Der Gewerkschaftler der IG Metall habe als externer Gast an der Betriebsratssitzung der Gigafactory in Grünheide bei Berlin teilgenommen, hieß es in einer Mitteilung Teslas an die Mitarbeiter. Der Gewerkschaftler sei erwischt worden, schilderte Thierig. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt. Die IG Metall behauptet derweil, der Gewerkschaftler werde zu unrecht beschuldigt.
Die IG Metall reagierte auf die Anzeige und bezeichnete die Vorwürfe als „kalkulierte Lüge“ und „Schmutzkampagne“. Mit der jetzt gestellten Anzeige reagiere die Gewerkschaft „auf Aussagen des Tesla-Geschäftsführers, in denen er im Betrieb und in der Öffentlichkeit wahrheitswidrig Vorwürfe gegen einen IG Metall-Beschäftigten erhebt“.
„Wir werden nicht zulassen, dass Tesla mit diesem Angriff auf die Demokratie im Betrieb durchkommt“, so Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Das von Tesla initiierte Strafverfahren gegen einen IG Metall-Beschäftigten solle schnell abgeschlossen werden. Die Gewerkschaft fordert, dass die Ermittlungsergebnisse vor der Betriebsratswahl Anfang März vorliegen.


