Die Gaspreise für Neukunden in Deutschland sind auf rund 10,9 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Damit haben sie den höchsten Stand seit März 2023 erreicht. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergeben sich daraus jährliche Heizkosten von rund 2180 Euro und somit 500 Euro mehr als noch vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar.
Die am Mittwoch zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe hat die Großhandelspreise zwar von 54 Euro auf 46 Euro je Megawattstunde fallen lassen. Zuvor hatten sich die Preise seit Kriegsbeginn jedoch um bis zu 59 Prozent verteuert. Verivox-Energieexperte Thorsten Storck verwies auf die lange unterbrochenen Lieferwege und die zerstörte Infrastruktur in der Region. Eine Rückkehr auf das Preisniveau von vor dem Krieg sei kurzfristig nicht zu erwarten.
Haushalte in der Grundversorgung – dem Standardtarif des örtlichen Versorgers – zahlen laut Verivox derzeit im Schnitt 13,4 Cent pro Kilowattstunde, was Jahreskosten von rund 2674 Euro entspricht.
Auch Spritpreise bleiben auf hohem Niveau
Nicht nur beim Gas, auch an den Zapfsäulen spüren Verbraucher die Folgen des Konflikts. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent fiel nach Bekanntgabe der Waffenruhe zwar um rund 16 Prozent auf etwa 92 US-Dollar pro Barrel. Doch Ökonomen gehen davon aus, dass sinkende Rohölpreise nur zeitverzögert und abgeschwächt bei den Kraftstoffpreisen ankommen. Der ADAC bezeichnete das aktuelle Preisniveau an deutschen Tankstellen als zu hoch.


