Starker Schneefall und Glatteis haben den Ablauf des Nordsee-Gipfels in Hamburg erheblich gestört. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der luxemburgische Regierungschef Luc Frieden konnten wegen der Witterung nicht rechtzeitig zum Auftakt des Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz erscheinen. Ein geplantes Treffen der Energieminister auf einem Mehrzweck-Schiff im Hamburger Hafen musste vollständig abgesagt werden, wie die dpa mitteilt.
Merz besichtigte das Schiff „Neuwerk“, das unter anderem als Eisbrecher eingesetzt wird, daher zunächst nur mit drei Regierungschefs: Bart De Wever aus Belgien, Dick Schoof aus den Niederlanden und Jonas Gahr Støre aus Norwegen. Frederiksen und Frieden sollten später zu den eigentlichen Beratungen im Hamburger Rathaus hinzustoßen.
Das Winterwetter hatte bereits vor dem Gipfel das Programm beeinflusst: Das Forschungsschiff „Atair“ konnte witterungsbedingt nicht in den Hamburger Hafen einlaufen und wurde daher nicht wie geplant besichtigt.
Windenergie-Kapazität soll bis 2050 verzehnfacht werden
Trotz der logistischen Schwierigkeiten fassten die Energieministerinnen und -minister am Vormittag weitreichende Beschlüsse. Die Energiegewinnung aus Windkraft in der Nordsee soll bis 2050 nahezu verzehnfacht werden. Derzeit stehen rund 1600 Windräder vor den deutschen Küsten. In den kommenden Jahrzehnten sollen Tausende weitere hinzukommen.
Bei dem Treffen der Regierungschefs und Energieminister wird es vor allem um den Ausbau von Offshore-Windparks und andere Projekte im Energiebereich gehen.
Zum Gipfel eingeladen waren neben Deutschland auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen sowie die Europäische Kommission. Erstmals nahm auch Island teil. Der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ließen sich durch ihre jeweiligen Energieminister vertreten. Zusätzlich waren Vertreter von Unternehmen anwesend.


