Die islamistische Terrororganisation Hamas hatte für Freitag zu Attacken auf Juden und Israelis weltweit aufgerufen. In ganz Berlin ist es deswegen an dem Tag und in der Nacht zu Samstag zu mehreren antisemitischen Übergriffen und Schmierereien gekommen. Es gab ebenso eine Attacke auf ein mutmaßlich propalästinensisches Mädchen.
Nach Informationen der Berliner Zeitung und Polizeiangaben kam es im gesamten Stadtgebiet vermehrt zu Farbschmierereien und Plakatierungen im Zusammenhang mit den Angriffen der Hamas auf den Staat Israel. Zumeist genutzt wurden antisemitische, israelfeindliche und den Staat Israel an sich verunglimpfende Schriftzüge sowie die Flagge Palästinas, die an Hauswänden teilweise großflächig festgestellt wurden.
Betroffen waren demnach die Bezirke Mitte, Tempelhof, Spandau, Neukölln, Pankow, Lichtenberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg.
Judenhass in Berlin: Insgesamt 3 Türen mit Davidsternen beschmiert
In Wilmersdorf befand sich die antisemitische Schmiererei an der Fassade des Gebäudes der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Sicherheitsleute der BVG entdeckten in Friedrichshain gegen 7.20 Uhr einen Schriftzug mit pro-israelischen Inhalt am Ausgang Gürtelstraße des U-Bahnhofs Frankfurter Allee.
In der Topsstraße in Prenzlauer Berg wurde gegen 8.15 Uhr eine Farbschmiererei in Form eines Davidsterns zur Anzeige gebracht, die er bereits am Donnerstagabend gegen 18 Uhr festgestellt hatte
Gegen 15.45 Uhr meldete ein Zeuge eine Farbschmiererei in Form eines Davidsternes an einer Tür eines Hauseinganges eines Mehrfamilienhauses an der Bossestraße in Friedrichshain.
Gegen 18 Uhr am Abend rief ein Zeuge die Polizei zur Bödiker Straße in Friedrichshain. Dort entdeckte der Anrufer eine Farbschmiererei in Form eines Davidsternes an einem Toilettenhäuschen.
Am Nachmittag um 15 Uhr meldete eine Passantin der Polizei eine den Islam verherrlichende Farbschmiererei an einer öffentlichen Toilette an der Konrad-Wolf-Straße in Hohenschönhausen.
Palästina-Transparent am S-Bahnhof Tempelhof
In Tempelhof wurde am Freitagmorgen ein Transparent mit Palästinabezug festgestellt, welches an der Brücke des S-Bahnhofes Tempelhof, Tempelhofer Damm in Fahrtrichtung Süd, angebracht worden war. Das Transparent war mit einer pro-palästinensischen Parole und der Abbildung der Palästinafahne versehen. Die Beamten entfernten das Transparent und stellten es sicher.
Spandau: Mann reißt Mädchen das Kopftuch vom Kopf
Ein Unbekannter griff in der Tiergartenstraße eine Mitarbeiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung an. Sie wollte ein proisraelisches Transparent aufhängen, das mit einem Davidstern und dem Hashtag #staywithisrael versehen war. Der Unbekannte versuchte, ihr das Banner zu entreißen und das Anbringen zu verhindern. Als dies misslang, beleidigte er die Frau und äußerte, dass er mit Freunden wiederkomme und alles niederbrennen würde. Anschließend entfernte er sich. Das Banner wurde angebracht, ein Strafermittlungsverfahren wurde eingeleitet.
Israel-Fahne am Rathaus Reinickendorf angezündet
In Wittenau wurde am Freitagvormittag eine am Vorplatz des Rathauses Reinickendorf öffentlich gehisste israelische Flagge angezündet. Die Fahne wurde eingeholt und im Rathaus gesichert.
Gegen 18.25 Uhr wurde eine 15-Jährige von einem unbekannten Täter am Askanierring in Spandau angeschrien, mit den Worten: „Drecksausländerin. Israel ist besser als Palästina. Am besten verschwindest du jetzt schnell von hier.“ Die Geschädigte flüchtete sofort, der Tatverdächtige folgte ihr und riss ihr das Kopftuch herunter. Im Anschluss trat er ihr dreimal ans Bein. Dadurch stürzte sie zu Boden. Die Jugendliche kam mit einem Rettungswagen zur Behandlung ins Krankenhaus.
Gegen 23.15 Uhr bemerkte eine Zeugin an der East Side Gallery in der Mühlenstraße in Friedrichshain-Kreuzberg drei Plakate mit der Aufschrift „FROM THE RIVER TO THE SEA“ sowie „INTIFADA“. Die Plakate wurden durch Einsatzkräfte entfernt.
