Nach Angaben chinesischer Behörden sind die Ausfuhren integrierter Schaltkreise (IC) im Januar und Februar auf 43,3 Milliarden US‑Dollar angestiegen– ein Plus von 72,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich mehr als das gesamte Exportwachstum Chinas von 21,8 Prozent. Die ausgeführte Stückzahl legte demnach um 13,7 Prozent auf 52,5 Milliarden Chips zu.
Gleichzeitig erhöhten sich die Importe auf 9,1 Milliarden Einheiten, der Wert der eingeführten ICs sprang um knapp 40 Prozent auf 78,2 Milliarden US‑Dollar. Branchenverbände führen den Boom auch auf Vorratskäufe chinesischer Elektronikkonzerne zurück, die sich gegen mögliche weitere US‑Sanktionen absichern wollen.
Staatliche Strategie und US‑Kontrollen
Die Entwicklung stützt Pekings „Whole‑Nation‑Strategie“, mit der Regierung, Staatsfirmen und Forschungseinrichtungen gezielt Ressourcen in Schlüsseltechnologien wie Halbleiter lenken, um die Abhängigkeit vom Westen zu verringern.
Parallel verschärfen die USA ihren Druck: Die Regierung von Präsident Donald Trump prüft laut Medienberichten eine Obergrenze von 75.000 Stück für den Export von Nvidias H200‑Grafikprozessoren pro chinesischem Kunden; ähnliche Beschränkungen sollen auch für AMD‑Beschleuniger gelten. Zudem wird in Washington diskutiert, Hochleistungs‑Packaging‑Anlagen für Chiplet‑Designs strenger zu kontrollieren.
Profiteure in China und globale Marktlage
Chinas größter Auftragsfertiger SMIC steigerte seine Produktion 2025 auf 9,7 Millionen Wafer, ein Plus von 21 Prozent, während Hua Hong Semiconductor seine Auslieferungen um rund 18,5 Prozent erhöhte.
Die Speicherhersteller wie YMTC profitieren von einer globalen Knappheit, die die Preise für NAND‑Flash und andere Speicherprodukte seit Jahresbeginn um bis zu 50 Prozent in die Höhe treibt. Marktforscher Omdia erwarten, dass der chinesische Halbleitermarkt 2026 um gut 31 Prozent auf 546,5 Milliarden US‑Dollar wächst und damit zum weltweit größten Absatzmarkt aufsteigt.
Staatliche Förderung, KI und Engpässe
Analysten sehen in den Exportzahlen teils Re‑Exporte von in China montierten, aber auf westlicher Technologie basierenden Komponenten. Zugleich melden Hersteller aus Südkorea und Taiwan steigende Bestellungen aus China, oft über Zwischenhändler in Hongkong und Singapur.
Insgesamt treibt die Kombination aus staatlicher Förderung, KI‑Boom und Speicherknappheit Chinas Halbleiterbranche, während der Konflikt mit den USA um Hochleistungschips und Fertigungsanlagen anhält

