Gesundheit

Gürtelrose-Impfung kann vor Demenz schützen und verlangsamt Krankheitsverlauf

Neue Studie zeigt: Impfung gegen Gürtelrose kann kognitive Störungen verhindern und das Risiko für Demenz senken. Besonders profitieren Frauen.

Impfung gegen Gürtelrose kann das Risiko für Demenz senken.
Impfung gegen Gürtelrose kann das Risiko für Demenz senken.Markus Scholz / dpa

Die Impfung gegen Gürtelrose könnte weit mehr bewirken als nur den schmerzhaften Hautausschlag zu verhindern. Eine aktuelle Studie der Stanford University, veröffentlicht im Fachjournal „Cell", liefert Belege dafür, dass der Impfstoff den Verlauf einer Demenz verzögern und das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen reduzieren kann.

Das Forschungsteam um Pascal Geldsetzer analysierte Daten von mehr als 280.000 Menschen in Wales. Das Ergebnis: Bei geimpften Frauen sank das Risiko für leichte kognitive Störungen um rund 25 Prozent. „Wir sehen einfach immer wieder dieses starke Schutzsignal für Demenz", erklärte Geldsetzer.

Warum Impfungen das Gehirn schützen könnten

Joachim Schultze vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen sieht zwei mögliche Wirkmechanismen: Die Impfung verhindere einerseits die Reaktivierung der Viren und damit verbundene Entzündungen, die Nervenzellen schädigen können. Andererseits trainiere sie das alternde Immunsystem.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Gürtelrose-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren sowie Risikogruppen bereits ab 18 Jahren. Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Es verbleibt nach einer Windpocken-Infektion lebenslang im Körper und kann später reaktiviert werden.