Die Preise, die deutsche Hersteller für ihre Produkte verlangen, sind im Januar deutlich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die sogenannten Erzeugerpreise – also die Preise, die Produzenten gewerblicher Güter von Lebensmitteln bis hin zu Industrieerzeugnissen erzielen – im Schnitt 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damit verzeichneten sie den stärksten Rückgang seit April 2024. Haupttreiber dieser Entwicklung waren niedrigere Energiekosten.
Die Erzeugerpreise gelten unter Ökonomen als Frühindikator für die allgemeine Preisentwicklung: Sinken die Kosten auf Herstellerebene, kann sich das mit zeitlicher Verzögerung auch auf die Verbraucherpreise auswirken. Allerdings zeigt sich derzeit noch eine Diskrepanz zwischen den beiden Preisebenen: Während die Erzeugerpreise rückläufig sind, mussten Verbraucher im Januar nach Angaben des Statistischen Bundesamts noch 2,1 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlen als im Vorjahresmonat.
Ob und wann die sinkenden Herstellerpreise bei den Konsumenten ankommen, hängt von mehreren Faktoren ab – etwa davon, wie stark der Handel die Preissenkungen weitergibt und wie sich andere Kostenfaktoren wie Löhne oder Transportkosten entwickeln. Die aktuelle Entwicklung deutet jedoch darauf hin, dass der Inflationsdruck in Deutschland auf der Produktionsebene weiter nachlässt.


