Kriminalität

„Größter Einsatz aller Zeiten“: Europol geht gegen synthetische Drogen vor – 800 Kilo in Deutschland gefunden

Seit Februar 2025 haben Ermittler in mehreren Ländern 24 Drogengroßlabore bei Razzien entdeckt. Man habe einen der wichtigsten Händlerringe zerschlagen.

Europol hat nach eigenen Angaben den „größten Einsatz aller Zeiten“ gegen den Handel mit synthetischen Drogen durchgeführt.
Europol hat nach eigenen Angaben den „größten Einsatz aller Zeiten“ gegen den Handel mit synthetischen Drogen durchgeführt.Rolf Vennenbernd

Polizeibehörden aus Deutschland und fünf weiteren EU-Ländern haben einen der wichtigsten Drogenhändlerringe zerschlagen. Das teilte die internationale Polizeibehörde Europol mit und nannte die Aktion den „größten Einsatz aller Zeiten“ gegen den Handel mit synthetischen Drogen. Der Einsatz sei jahrelang vorbereitet worden – in Deutschland unter dem Namen „Operation Nexus“. Neben Staatsanwaltschaften, Zoll und Polizeibehörden in Deutschland waren Justiz- und Sicherheitsbehörden in Polen, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und Spanien involviert.

Seit Februar 2025 sind die Ermittler laut Europol bei insgesamt 20 Razzien auf 24 Drogengroßlabore „in industriellem Maßstab“, 16 Lagerstandorte, mehr als dreieinhalb Tonnen Rauschgift, tausend Tonnen Chemikalien und zigtausende Liter giftige chemische Abfälle gestoßen. Der Einsatz lief unter der Bezeichnung „Operation Fabryka“.

Bei nun abschließenden Razzien in Deutschland und Polen wurden 20 Verdächtige festgenommen, womit die Gesamtzahl der Festnahmen in dem Ermittlungskomplex auf 85 steigt. Es wurden 15.000 Liter Chemikalienabfälle sowie eine professionelle Cannabisplantage mit etwa 1350 Pflanzen festgestellt.

Polnische Tätergruppe im Fokus

In den Monaten zuvor hatte es unter anderem Durchsuchungen in den deutschen Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegeben. Dabei konnten nach Angaben von Europol allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 sechs Drogenlabore ausgehoben werden. Bundesweit wurden demnach mehr als 800 Kilogramm synthetische Drogen und etwa 160.000 Liter hochgiftige Chemikalienabfälle sichergestellt.

„Dieser Schlag europäischer Sicherheitsbehörden im Kampf gegen synthetische Drogen ist in dieser Dimension bislang einmalig“, sagte Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück. „Die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Zoll, Polizei, Staatsanwaltschaft und den internationalen Partnerbehörden haben diesen bislang in der Größenordnung einmaligen Erfolg möglich gemacht“, lobte der Leiter des Zollkriminalamts, Tino Ingelmann.

Laut Europol stand eine polnische Tätergruppe im Fokus der Ermittlungen. Ihr wird vorgeworfen, europaweit hunderte Tonnen Chemikalien zur Herstellung synthetischer Drogen an illegale Drogenlabore verschiedener krimineller Organisationen geliefert zu haben. Den Ermittlern waren zunächst verdächtig große Importe bestimmter Chemikalien aufgefallen, die legale Bedarfe der Industrie weit überstiegen.