Schweiz

Gondel im Schweizer Skigebiet Engelberg abgestürzt: Polizei bestätigt einen Toten

Eine Mensch stirbt am Mittwoch beim Absturz einer Gondel am Titlis. Zuvor soll sie sich mehrfach überschlagen haben. Was zur Ursache bekannt ist.

Eine Gondel der Gondelbahn Titlis Xpress Engelberg-Trübsee. Im Schweizer Skigebiet Engelberg ist eine Gondel abgestürzt.
Eine Gondel der Gondelbahn Titlis Xpress Engelberg-Trübsee. Im Schweizer Skigebiet Engelberg ist eine Gondel abgestürzt.Urs Flueeler/dpa

Im Schweizer Skigebiet Engelberg im Kanton Obwalden ist am Mittwochvormittag eine Gondel abgestürzt. Dabei kam ein Mensch ums Leben, wie die Kantonspolizei Nidwalden auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bestätigte. Die verunglückte Person befand sich demnach allein in der Kabine.

Senad Sakic, Leiter der Kriminalpolizei Nidwalden, erklärte laut der Schweizer Zeitung Blick, der Notruf sei kurz vor 11 Uhr eingegangen. Die Gondel der Bahn Xpress Trübsee-Stand sei kurz nach der Mittelstation in Richtung Schlächtismatt vom Seil gestürzt und habe sich dabei mehrfach überschlagen. Die Person in der Kabine sei tödlich verletzt worden. Zur Identität des Opfers machte die Polizei zunächst keine Angaben. Man werde nun Beteiligte und Augenzeugen befragen, so Sakic.

Das Skigebiet Engelberg liegt südlich des Vierwaldstättersees, rund 130 Kilometer südöstlich von Basel. Es befindet sich auf rund 2000 Metern Höhe in schwer zugänglichem Gelände. Die betroffene Gondelbahn verbindet den Trübsee mit dem Stand auf etwa 2400 Metern Höhe und ist knapp 1900 Meter lang. Auf der Strecke verkehren Kabinen mit einer Kapazität von jeweils acht Personen.

Starker Wind als mögliche Ursache

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in der Region heftige Winde. Laut Messdaten von Meteo Schweiz wurden Windspitzen von über 80 Kilometern pro Stunde registriert, in exponierten Lagen sogar bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Mehrere Augenzeugen berichteten der Schweizer Zeitung Blick, dass der Wind die Ursache des Absturzes gewesen sein könnte.

Ein Augenzeuge schilderte den Hergang gegenüber dem Blatt so: „Es hat stark gewindet. Dann gab es einen Ruck, wo sich das Seil bewegt hat.“ Daraufhin sei die Kabine abgestürzt. Nur 20 Minuten zuvor habe er sich selbst noch in einer der Gondeln befunden.

Leservideos, die dem Blick zugespielt wurden, sollen eine Kabine zeigen, die einen schneebedeckten Hang hinunterstürzt und sich dabei mehrfach überschlägt. Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie Skifahrer zur Unfallstelle eilen. Ein Augenzeuge berichtete, Rettungskräfte hätten die verletzte Person rund 30 Minuten lang zu reanimieren versucht. Die Aufnahmen ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Die genaue Unfallursache ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Evakuierung der übrigen Gondeln dauerte an

Die übrigen Passagiere, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in anderen Gondeln der Bahn befanden, mussten evakuiert werden. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Nachmittag war diese Evakuierung noch nicht abgeschlossen. Die Passagiere wurden mit einer größeren Gondel ins Tal gebracht.

Im Laufe des Tages wurden nahezu alle Bahnen im Titlisgebiet geschlossen. Die betroffene Strecke Xpress Trübsee-Stand war auf der Webseite der Titlis Bergbahnen als außer Betrieb gekennzeichnet.