Krisenfall

Gesundheitssystem: Berlin ist nicht auf einen großen Katastrophenfall vorbereitet

Krankenhäuser sind bereits im Alltag überlastet, für Katastrophen fehlt die Kapazität. So sehen Fachleute die Lage in der Hauptstadt. Senat verweist auf begrenzte Haushaltsmittel.

Ein Smartphone zeigt eine Warnmeldung zum bundesweiten Warntag auf dem Display.
Ein Smartphone zeigt eine Warnmeldung zum bundesweiten Warntag auf dem Display.IMAGO/Marco Bader

Berlins Gesundheitssystem ist nach Einschätzung von Fachleuten nicht ausreichend auf größere Krisen- oder Katastrophenszenarien vorbereitet. Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses warnten Experten eindringlich vor den bestehenden Defiziten, wie der RBB berichtet.

Vertreter der Charité und der Berliner Krankenhausgesellschaft machten dabei auf ein grundlegendes Problem aufmerksam: Bereits im regulären Betrieb seien Gebäude und technische Infrastruktur zahlreicher Kliniken an ihrer Belastungsgrenze. Hinzu komme ein erheblicher bürokratischer Aufwand, der die Abläufe zusätzlich erschwere.

Die Kernaussage der Fachleute: Nur ein Gesundheitssystem, das im Normalbetrieb reibungslos funktioniert, sei in der Lage, bei einer Krise zusätzliche Belastungen aufzufangen. Wenn schon der Alltag die vorhandenen Kapazitäten ausreize, fehle jeglicher Spielraum für außergewöhnliche Situationen.

Fachleute fordern mehr Geld und bessere Abstimmung

Die Fachleute sprachen sich bei der Anhörung für deutlich höhere Investitionen in die Berliner Krankenhauslandschaft aus. Zudem müsse die Koordinierung zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitsbereich verbessert werden, um im Ernstfall schneller und effektiver reagieren zu können.

Der Berliner Senat räumte den Investitionsbedarf grundsätzlich ein. Gleichzeitig verwies die Landesregierung jedoch auf die begrenzten Haushaltsmittel, die dem notwendigen Ausbau enge Grenzen setzen. Wann und in welchem Umfang zusätzliche Mittel bereitgestellt werden könnten, blieb offen.