Die Deutsche Bank hat die Geschäftsbeziehungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut als Fehler bezeichnet. Angesichts neuester Enthüllungen wurde bekannt, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte.
„Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben“, teilte ein Sprecher der Bank in Frankfurt am Main auf Anfrage mit.
2013 als Kunde aufgenommen: Epstein war bereits verurteilt
Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 Kunde des Instituts geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein. Bereits im Jahr 2008 wurde Epstein zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt, er hatte sich der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen schuldig bekannt.
Der US-Multimillionär Epstein hatte über Jahre aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen. Der verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 im Alter von 66 Jahren in der Haft, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.
In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten wurden zahlreiche neue Details bekannt – mit politischen Konsequenzen. Zuletzt geriet der britische Premierminister Keir Starmer unter Druck. Grund ist die Berufung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA.
Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, unmittelbar nach Epsteins erneuter Verhaftung im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. „Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher des Dax-Konzerns. Recherchen zeigen vielfältige Bezüge zu deutschen Geschäftsleuten, Wissenschaftlern und Finanzinstituten wie der Deutschen Bank, die über Jahre hinweg Geschäftsbeziehungen zu Epstein unterhielt.
Sprecher: „Deutsche Bank hat aus Fehlern gelernt“
Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“. Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt.“
Ähnlich hatte sich im Juli 2020 der seit April 2018 amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem CNBC-Interview geäußert: Die Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „natürlich auch personelle Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des US-TV-Senders.


