Mobilität

Führerschein: Mit diesem Maßnahmen sollen die Kosten der Prüfung sinken

Der Weg zum Führerschein soll einfacher und günstiger werden. Das Bundesverkehrsministerium plant umfassende Änderungen bei Ausbildung und Prüfung.

Der Verkehrsminister hat jetzt konkrete Vorschläge für eine presiwerte Füherscheinprüfung vorgestellt.
Der Verkehrsminister hat jetzt konkrete Vorschläge für eine presiwerte Füherscheinprüfung vorgestellt.IMAGO / Sven Simon

Die Bundesregierung will die Führerscheinausbildung grundlegend reformieren. Angesichts hoher Durchfallquoten und steigender Kosten für Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollen zahlreiche Vorgaben gelockert werden. Im vergangenen Jahr fielen 44 Prozent der Prüflinge durch die Theorieprüfung, 37 Prozent scheiterten an der praktischen Prüfung.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) legte nun konkrete Eckpunkte einer Reform der Führerscheinprüfung vor. Er betonte, dass keiner der Vorschläge zulasten der Verkehrssicherheit ginge.

Theorieunterricht soll digitaler werden

Künftig soll die Präsenzpflicht im Theorieunterricht entfallen. Stattdessen können Fahrschulen verstärkt auf digitale Unterrichtsformate setzen. Parallel dazu wird der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung der Pkw-Führerscheinklasse B deutlich verschlankt: Von derzeit 1.169 Fragen sollen knapp 30 Prozent gestrichen werden.

Auch bei den praktischen Übungsstunden sind Erleichterungen vorgesehen. Die Zahl der vorgeschriebenen Sonderfahrten beim Pkw-Führerschein soll von bisher zwölf auf nur noch drei reduziert werden. Jede dieser Fahrten umfasst 45 Minuten. Simulatoren, die bereits jetzt zunehmend in Fahrschulen zum Einsatz kommen, sollen künftig als rechtlich anerkannte Option verankert werden.

Sehr interessant könnte der Vorschlag sein, zukünftig eine Laienausbildung einzuführen, wie es bereits in Österreich möglich ist. Reguläre Übungsfahrten können dann in Begleitung einer nahestehenden Person stattfinden, also etwa von Eltern oder Großeltern.

Kürzere Prüfungszeiten geplant

Die praktische Fahrprüfung selbst wird ebenfalls gestrafft. Bei der Klasse B soll die reine Fahrzeit von 30 auf 25 Minuten sinken, die gesamte Prüfungsdauer von 55 auf 40 Minuten. Damit reagiert das Ministerium auf Kapazitätsengpässe bei den Prüforganisationen.

Für die Abnahme praktischer Prüfungen soll künftig kein Diplomingenieur mehr erforderlich sein, erklärte Staatssekretär Oliver Luksic. Diese Anforderung habe laut dem Verkehrsminister teilweise zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Fahrprüfern geführt.

Mehr Wettbewerb bei den Fahrschul-Preisen

Zahlreiche Vorgaben für Fahrschulen sollen ersatzlos gestrichen werden. Bisher detaillierte Vorschriften zu Unterrichtsräumen sowie zu Lehr- und Lernmitteln werden gelockert. Das Ministerium verspricht sich davon mehr Flexibilität für die Ausbildungsbetriebe.

Gleichzeitig sollen Verbraucherinnen und Verbraucher besser über Kosten informiert werden. Fahrschulen werden verpflichtet, ihre Preise online verfügbar zu machen. Diese Daten können dann von Vergleichsportalen aufbereitet werden, um Transparenz im Markt zu schaffen.

Die Reform zielt darauf ab, den Führerscheinerwerb insgesamt günstiger zu gestalten. Die hohen Durchfallquoten treiben derzeit die Kosten für viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler in die Höhe, da zusätzliche Übungsstunden und Wiederholungsprüfungen bezahlt werden müssen.