Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva – oft einfach Lula genannt – hat sich bei einem Amtsbesuch in Spanien erneut für Friedensgespräche mit Russland ausgesprochen. Nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez erklärte Lula am Mittwoch: „Wir verurteilen die russische Invasion, aber es hat keinen Sinn, darüber zu reden, wer Recht oder Unrecht hat. Der Krieg muss beendet werden!“ Dem Konflikt könne nur durch Gespräche ein Ende bereitet werden.
Es brauche nun einen „G20 des Friedens“, erklärte der brasilianische Staatschef. „Die ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat sind die größten Waffenverkäufer der Welt. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir, die Länder, die keinen ständigen Sitz haben, die Stimme erheben.“ Lula fragte: „Wieso sollten zum Beispiel nicht Ägypten oder Südafrika an den Friedensgesprächen für die Ukraine teilnehmen?“ Die Geopolitik und die Weltwirtschaft hätten sich verändert.
Lula da Silva: China will keinen Krieg, sondern Wohlstand
Sánchez bedankte sich für das Engagement Lulas, wies aber darauf hin: „Man darf nicht vergessen, dass es in diesem Krieg einen Aggressor und einen Angegriffenen gibt.“ Man müsse das Völkerrecht respektieren und „einen gerechten und dauerhaften Frieden“ erreichen. „Deshalb müssen wir auf die Stimme des angegriffenen Landes hören.“
Lula kritisierte unter anderem auch die Sorge des Westens angesichts des wirtschaftlichen Aufstiegs von China. China habe schon seit vielen Jahren keinen Krieg mehr geführt. Das sei der Beweis dafür, dass man aus Frieden Nutzen ziehen und sozialen Wohlstand erreichen könne, so der linksgerichtete Politiker.



