Extremismus

Feuer und Hakenkreuze auf dem RAW-Gelände: Staatsschutz ermittelt

Berliner Staatsschutz ermittelt nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf linken Musikclub. Gibt es einen Bezug zum heutigen Protestlauf gegen Diskriminierung?

Das RAW-Gelände in Berlin war möglicherweise das Ziel eines Brandanschlages.
Das RAW-Gelände in Berlin war möglicherweise das Ziel eines Brandanschlages.IMAGO / Martin Müller

Nach einem Brand an einem Musikclub auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes. An der Hauswand und einer Lüftungsanlage wurden nationalsozialistische Symbole entdeckt, die dort am Vorabend noch nicht zu sehen waren.

Wie die Berliner Polizei mitteilte, brach das Feuer in den frühen Morgenstunden an einer technischen Außenanlage des Gebäudes auf dem RAW-Gelände an der Revaler Straße aus. Eine Angestellte des Clubs hatte die Flammen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

Die Einsatzkräfte konnten den Brand rechtzeitig löschen, bevor er auf das zu diesem Zeitpunkt leere Gebäude übergriff. Verletzt wurde laut Polizei niemand, es entstand jedoch Sachschaden an der Belüftungsanlage. Ein Haustechniker wies die Beamten auf Hakenkreuze hin, die an die Wand gesprüht worden waren.

Alternatives Kulturprojekt auf ehemaligem Bahngelände

Das RAW-Gelände liegt direkt an der Warschauer Brücke und beherbergt auf rund 8800 Quadratmetern den sogenannten RAW-Tempel. Die Abkürzung steht für Reichsbahnausbesserungswerk. Die frühere Anlage gehörte der Deutschen Bahn. Heute ist das Areal ein alternatives Kulturprojekt, das nach eigenem Credo „hochwertige Kultur niedrigschwellig“ anbieten will.

Protestlauf gegen Diskriminierung geplant

Noch sind die politischen Hintergründe unklar. Ein Zusammenhang zum am heutigen Abend geplanten „Protestlauf“ vom RAW-Gelände nach Kreuzberg und zurück kann nicht ausgeschlossen werden. Die abendliche Veranstaltung mit rund 150 erwarteten Teilnehmerinnen richtet sich laut Ankündigung „gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA* und marginalisierten Gruppen im Sport“. Es ist eine der vielen Veranstaltungen zum morgigen Frauentag.