Das US-Justizministerium hat weitere Dokumente aus den Ermittlungen gegen den toten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht, die zuvor in einer großen Aktenfreigabe gefehlt hatten. In den Unterlagen finden sich auch Aussagen einer Frau, die gegenüber dem FBI Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump erhoben hatte. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und AP.
Die Dokumente enthalten Zusammenfassungen mehrerer Befragungen der Frau durch das FBI im Jahr 2019. Ermittler hatten sie damals insgesamt viermal interviewt, nachdem sie sich nach Epsteins Festnahme bei den Behörden gemeldet hatte. In einer der Befragungen beschuldigte sie Epstein, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. In späteren Gesprächen erhob sie weitere Vorwürfe und behauptete unter anderem, Trump habe versucht, sie sexuell anzugreifen.
Weißes Haus weist Vorwürfe zurück
Bei der ersten Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Akten war jedoch nur eine Zusammenfassung der vier Interviews veröffentlicht worden. Nach Angaben des Justizministeriums waren die übrigen Dokumente irrtümlich als doppelte Dateien gekennzeichnet und deshalb nicht freigegeben worden. Sie wurden nun nachträglich veröffentlicht.
Das Weiße Haus wies die Anschuldigungen der Frau zurück. Die Vorwürfe seien unbegründet und durch keine Beweise gestützt, erklärte ein Sprecher. Auch das Justizministerium betonte, dass es sich um unbestätigte Angaben handele.
Die Freigabe der Epstein-Akten sorgt seit Monaten für politische Spannungen in Washington. Kritiker werfen dem Ministerium vor, Dokumente unvollständig veröffentlicht oder teilweise zu stark geschwärzt zu haben. Mehrere Mitglieder des Kongresses fordern deshalb weitere Aufklärung über den Umgang mit den Ermittlungsunterlagen.


