Mobilität

Fahrlehrer bemerkte nichts: Betrunkener Fahrschüler fährt Schlangenlinien

Fahrschüler mit 1,3 Promille am Steuer. Polizei leitet Strafverfahren gegen beide ein.

Ein Fahrschüler saß mit fast 1,3 Promille am Steuer.
Ein Fahrschüler saß mit fast 1,3 Promille am Steuer.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ein 28-jähriger Fahrschüler hat in Haselünne im Landkreis Emsland eine Übungsfahrt mit erheblichem Alkoholpegel absolviert – ohne dass sein Fahrlehrer den Zustand bemerkte. Gegen beide Beteiligten ermittelt nun die Polizei.

Ein aufmerksamer Zeuge hatte beobachtet, wie der Fahrschulwagen in auffälligen Schlangenlinien unterwegs war. Das Fahrzeug geriet dabei mehrfach beinahe in den Gegenverkehr und verfehlte nur knapp eine Verkehrsinsel. Der Zeuge verständigte daraufhin die Polizei, die das Fahrzeug in Haselünne stoppen konnte.

Bei der anschließenden Kontrolle führten die Beamten einen Atemalkoholtest beim Fahrschüler durch. Das Ergebnis: 1,29 Promille – ein Wert, der weit über der für Fahranfänger geltenden Null-Promille-Grenze liegt und auch die allgemeine Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,1 Promille überschreitet.

Fahrlehrer hielt Schlangenlinien für Unsicherheit

Besonders bemerkenswert an dem Vorfall: Der Fahrlehrer, der auf dem Beifahrersitz saß und die Fahrstunde beaufsichtigte, will vom alkoholisierten Zustand seines Schülers nichts mitbekommen haben. Er ging laut Polizeiangaben davon aus, dass der 28-Jährige lediglich unsicher beim Fahren sei – eine Einschätzung, die angesichts der massiven Fahrfehler Fragen zur Sorgfaltspflicht des Fahrlehrers aufwirft.

Die Polizei leitete Mitte vergangener Woche gegen beide Beteiligten ein Strafverfahren ein – gegen den Fahrschüler wegen Trunkenheit im Verkehr, gegen den Fahrlehrer wegen seiner Aufsichtspflicht als verantwortliche Begleitperson im Fahrschulfahrzeug. Über den Vorfall informierte die Polizei erst jetzt die Öffentlichkeit.