Westpazifik

Balikatan-Manöver: China warnt USA und Japan

Während die USA und die Philippinen mit Tausenden Soldaten Gefechtsübungen beginnen, an denen sich auch Japan beteiligt, wirft China den Beteiligten Eskalation vor.

Ein Hubschrauber landet auf dem Deck eines Kriegsschiffs der philippinischen Marine während des Manövers Balikatan.
Ein Hubschrauber landet auf dem Deck eines Kriegsschiffs der philippinischen Marine während des Manövers Balikatan.Daniel Ceng/imago

China kritisiert das Großmanöver Balikatan von USA und Philippinen. Außenamtssprecher Guo Jiakun sagte am Montag bei einer regulären Pressekonferenz in Peking laut Reuters, militärische Kooperation dürfe das gegenseitige Verständnis und Vertrauen in der Region nicht untergraben. An der Übung beteiligt sich auch Japan, das zuletzt mehrfach mit China aneinandergeraten ist.

„Was die Asien-Pazifik-Region am dringendsten braucht, ist Frieden und Ruhe, und was sie am wenigsten braucht, ist die Einmischung externer Kräfte, die Spaltung und Konfrontation schaffen“, sagte Guo laut Reuters. Den beteiligten Staaten warf der Sprecher vor, sich sicherheitspolitisch enger zusammenzuschließen. Das werde ihnen am Ende selbst schaden und auf sie zurückfallen.

17.000 Soldaten in Gefechtsszenarien

Das große Militärmanöver startete auf den Philippinen. Der Name Balikatan bedeutet auf Tagalog „Schulter an Schulter“. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP nehmen mehr als 17.000 Soldaten teil, darunter rund 10.000 US-Militärangehörige. Die Übungen umfassen Einsätze an Land, in der Luft, zur See und im Cyberraum.

Das Großmanöver dauert knapp drei Wochen und umfasst Gefechtsszenarien sowie scharfe Schießübungen, unter anderem in philippinischen Provinzen, die am  Südchinesischen Meer und an der Taiwanstraße liegen. Laut US-Angaben handelt es sich um eine der größten und komplexesten Ausgaben der jährlichen Militärmanöver, berichtete Reuters.

Nach Angaben der AP beteiligen sich auch Streitkräfte aus Japan, Frankreich und Kanada. Die drei Staaten haben mit Manila Abkommen geschlossen, die Einsatz und Aufenthalt ihrer Soldaten auf den Philippinen regeln. Japan nimmt erstmals mit einer scharfen Schießübung teil: Soldaten der Selbstverteidigungsstreitkräfte sollen mit einer Typ-88-Antischiffsrakete ein ausgemustertes Schiff nordwestlich der Insel Luzon versenken.

Streit um das Südchinesische Meer

Marine-Generalleutnant Christian Wortman erklärte laut AP bei der Eröffnung, der Fokus der USA auf den Indo-Pazifik und die Zusagen der USA an die Philippinen blieben gültig, trotz anderer Konfliktherde.

Der philippinische Generalstabschef Romeo Brawner sagte laut AP, das multinationale Manöver stärke die Abschreckung und die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe in der Region, ohne ein bestimmtes Land zu nennen.

China weist die jährlichen Manöver der USA und der Philippinen als Versuch zurück, das Land einzudämmen. Peking beansprucht weite Teile des Südchinesischen Meers. Auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Brunei und Taiwan erheben Ansprüche auf das Seegebiet, eine zentrale Handelsroute. Das philippinische Militär betont laut AP, die Übung diene auch der Vorbereitung auf Naturkatastrophen.