Externe Kommission

Epstein-Verbindungen: Norwegen will Außenministerium untersuchen lassen

Norwegen plant eine externe Untersuchung zu möglichen Epstein-Verbindungen im Außenministerium. Zuvor waren Ermittlungen gegen ein Diplomatenpaar eingeleitet worden.

Das norwegische Parlamentsgebäude in Oslo
Das norwegische Parlamentsgebäude in OsloA. Tamboly/Westend61/imago

Der parlamentarische Kontrollausschuss von Norwegen hat am Dienstag dafür gestimmt, eine externe Untersuchung zu den Verbindungen des Außenministeriums zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einzuleiten. Jedoch müsse noch geklärt werden, wer die Untersuchung leiten soll, welches Mandat sie haben wird und in welchem Zeitrahmen sie durchgeführt werden soll, berichtete der norwegische Sender NRK

„Jeder versteht, dass wir in diesem besonderen Fall von der üblichen Vorgehensweise abweichen müssen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Per-Willy Amundsen, der Zeitung VG zufolge. Normalerweise warte man mit einer Untersuchung, bis mögliche polizeiliche Ermittlungen abgeschlossen sind.

Ermittlungen gegen norwegisches Diplomatenpaar

Unter anderem ging aus den Epstein-Dokumenten hervor, dass die ehemalige Botschafterin Mona Juul und ihr Ehemann Terje Rød-Larsen Kontakt zu Epstein hatten. Etwa soll das Paar von Epstein Unterstützung bei den Verhandlungen zum Kauf einer Wohnung in Oslo erhalten haben, die nun Gegenstand polizeilicher Ermittlungen ist.

Juul war am Sonntag als Botschafterin in Jordanien und im Irak zurückgetreten. Gegen sie wird wegen Korruption ermittelt, teilte die norwegische Abteilung für Wirtschaftskriminalität mit. Ihr Ehemann, der frühere Top-Diplomat Rød-Larsen, steht im Verdacht der Beihilfe. „Es handelt sich um eine umfassende und, allem Anschein nach, langwierige Untersuchung“, erklärte die Behörde.

Auch gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten und Außenminister Thorbjørn Jagland wird wegen des Vorwurfs der schweren Korruption ermittelt. Alle drei wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente durch das US-Justizministerium haben in Norwegen für Erschütterung gesorgt. So entschuldigte sich auch Kronprinzessin Mette-Marit einem Reuters-Bericht zufolge in der vergangenen Woche für ihre Kontakte mit Epstein zwischen 2011 und 2014, Jahre nachdem dieser wegen Anstiftung zum Sex mit einer Minderjährigen verurteilt worden war.