First Lady Melania Trump hat am Donnerstag in einer rund fünfminütigen Erklärung im Grand Foyer des Weißen Hauses eine engere persönliche Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell bestritten. „Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute enden“, sagte sie laut der offiziellen Mitteilung des Weißen Hauses.
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— First Lady Melania Trump (@FLOTUS) April 10, 2026
Melania Trump widersprach Spekulationen, Epstein habe sie mit Donald Trump bekannt gemacht. Sie habe ihren Mann 1998 zufällig auf einer Party in New York kennengelernt. Epstein sei ihr erstmals im Jahr 2000 bei einer Veranstaltung begegnet, die sie gemeinsam mit Donald Trump besucht habe. Von Epsteins Verbrechen habe sie zu keinem Zeitpunkt gewusst. Sie sei weder Zeugin in Gerichtsverfahren gewesen noch tauche ihr Name in Gerichtsdokumenten, Vernehmungen oder FBI-Befragungen auf, erklärte die First Lady.
Forderung nach Anhörung der Opfer
Zugleich forderte Melania Trump den Kongress auf, den Opfern Epsteins eine öffentliche Anhörung unter Eid zu ermöglichen. Die Aussagen sollten dauerhaft in die Kongressakten aufgenommen werden. „Erst dann werden wir die Wahrheit haben“, sagte sie.
In den vom Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten findet sich eine E-Mail Melania Trumps an Maxwell aus dem Jahr 2002. Darin kommentiert sie einen Artikel über Epstein im New York Magazine mit den Worten: „Ruf mich an, wenn du wieder in New York bist.“ Die First Lady bezeichnete diese Nachricht am Donnerstag als „belanglose Notiz“.
Rund ein Dutzend Epstein-Überlebende lehnten den Vorschlag laut Reuters ab. Sie hätten bereits genug getan, um Epsteins Verbrechen öffentlich zu machen, und forderten stattdessen das Justizministerium zum Handeln auf. Zwei Betroffene, Maria und Annie Farmer, verlangten laut Associated Press „Rechenschaft, Transparenz und Gerechtigkeit“.
Präsident Trump will Thema hinter sich lassen
Nach dem Auftritt stand die Epstein-Affäre in Washington erneut zur Debatte, obwohl Präsident Trump das Thema seit Monaten für erledigt erklärt. Vergangene Woche hatte er Justizministerin Pam Bondi entlassen, die wegen der schleppenden Freigabe von Epstein-Akten kritisiert worden war. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage vom Februar glauben drei Viertel der Befragten in den USA, die Regierung halte Informationen über mutmaßliche Klienten Epsteins zurück.
Präsident Trump erklärte am Donnerstagabend gegenüber dem Sender MS Now, er habe von der Erklärung seiner Frau nichts gewusst. Ein Sprecher der First Lady sagte Reuters hingegen, das Team im Westflügel sei vorab über den geplanten Auftritt informiert worden.
Michael LaRosa, früherer Pressesprecher von First Lady Jill Biden, sagte Reuters, eine First Lady habe in jüngerer Zeit nie auf diese Weise öffentlich Stellung bezogen – und schon gar nicht auf der Staatsetage des Weißen Hauses.


