Norwegen

Epstein-Affäre: Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef Jagland

Die norwegische Polizei ermittelt nach den jüngsten Veröffentlichungen zum US-Sexualstraftäter Epstein wegen des Verdachts der schweren Korruption gegen Jagland.

Der ehemalige norwegische Regierungschef Thorbjorn Jagland
Der ehemalige norwegische Regierungschef Thorbjorn JaglandLudovic Marin/AFP

Norwegische Ermittler haben am Donnerstag wegen Verwicklungen in den Epstein-Skandal eine Razzia beim ehemaligen Regierungschef Thorbjorn Jagland durchgeführt. Wie sein Anwalt am Mittag bekannt gab, wurden dessen Wohnungen durchsucht.

Den vom US-Justizministerium zuletzt veröffentlichten Dokumenten zufolge verbrachten Jagland sowie dessen Familie zwischen 2011 und 2018 Urlaube bei dem US-Finanzier - zu einem Zeitpunkt, als Jagland Vorsitzender des Nobelkomitees zur Vergabe des Friedensnobelpreises sowie Generalsekretär des Europarates war.

Die norwegische Polizei ermittelt nach den jüngsten Veröffentlichungen zum US-Sexualstraftäter Epstein wegen des Verdachts der schweren Korruption gegen Jagland.

Jagland genoss eigentlich Immunität

Der heute 75-Jährige war von 1996 bis 1997 norwegischer Ministerpräsident und von 2009 bis 2015 Vorsitzender des Nobelkomitees zur Vergabe des Friedensnobelpreises. Als Generalsekretär des in Straßburg ansässigen Europarats genoss Jagland diplomatische Immunität, auch nach Ende seiner Amtszeit, für Handlungen im Zusammenhang mit seinem Amt.

Am Mittwochvormittag hatte das Ministerkomitee des Europarats jedoch beschlossen, dem früheren Generalsekretär Jagland die Immunität zu entziehen. (mit AFP)