Windkraftanlagen

England will kleine Windräder ohne Baugenehmigung ermöglichen

Englische Schulen, Bauernhöfe und Fabriken sollen Turbinen bis zu 30 Metern Höhe künftig ohne Bauantrag aufstellen dürfen. Wie es nun weitergeht.

Mit gelockerten Bauvorgaben will London den Ausbau kleiner Windräder beschleunigen.
Mit gelockerten Bauvorgaben will London den Ausbau kleiner Windräder beschleunigen.Julian Stratenschulte/dpa

Die britische Regierung hat am heutigen Mittwoch Vorschläge vorgelegt, um die Genehmigungsregeln für kleine Windkraftanlagen in England erheblich zu vereinfachen. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen Turbinen bis zu einer Höhe von 30 Metern künftig ohne regulären Bauantrag errichten dürfen, teilte das Ministerium für Energiesicherheit und Klimaneutralität mit.

Die englischen Anlagen würden dann unter sogenannte „Permitted Development Rights“ fallen – ein Verfahren, das bestimmte Bauvorhaben von der Pflicht zur Einzelgenehmigung ausnimmt.

Die Regelung richtet sich ausdrücklich an Standorte außerhalb privater Haushalte. Das Ministerium nennt Fabriken, landwirtschaftliche Betriebe und Schulen als Beispiele. Für private Wohngebäude und größere Anlagen sollen die bestehenden Genehmigungsverfahren  weiterhin gelten. Energieminister Michael Shanks erklärte laut der Regierungsmitteilung, die Maßnahme solle Energierechnungen senken und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen.

Lockerung als Teil der Windkraft-Wende

Es handelt sich zunächst nicht um eine beschlossene Regeländerung, sondern um eine öffentliche Konsultation. Nach Angaben von Reuters will die Regierung erst nach Ablauf des Verfahrens am 10. Juni 2026 über die endgültige Umsetzung entscheiden. Der Schritt ist demnach Teil der Strategie Londons, die Energieversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Der Vorstoß fällt in einen breiteren energiepolitischen Zusammenhang. Wie aus einer Analyse der House of Commons Library hervorgeht, wurden in England im Jahr 2015 strenge Planungsauflagen für Onshore-Windanlagen eingeführt, die 2023 teilweise gelockert wurden.

Die Labour-Regierung unter Premierminister Keir Starmer treibt den Abbau dieser Hürden weiter voran. Die jetzt vorgeschlagene Lockerung für kleine Turbinen ist ein konkreter Schritt in diese Richtung. Das Energieministerium betonte, niedrigere Energiekosten für Betriebe und öffentliche Einrichtungen seien ein zentrales Ziel der Maßnahme.