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Energy Drinks schlagen Cola: Was die Deutschen auf ihre Einkaufsliste setzen

Eine Auswertung digitaler Einkaufslisten zeigt überraschende Vorlieben der Menschen in Deutschland.  Avocado schlägt Banane, Tiefkühlpizza beliebter als Gemüse.

Energy Drinks sind bei den Deutschen besonders beliebt.
Energy Drinks sind bei den Deutschen besonders beliebt.Bernd Weißbrod/dpa

Energy Drinks haben Coca-Cola als meistnotiertes Produkt auf deutschen Einkaufslisten abgelöst. Das geht aus einer Auswertung der Plattform kaufDA hervor, die seit Mai vergangenen Jahres die Angebotsprospekte von Supermärkten, Discountern, Biomärkten und Getränkemärkten analysiert hat.

Demnach machen Energy Drinks über sieben Prozent der Einträge in den Top 50 der meistgesetzten Produkte aus, während Coca-Cola auf knapp sechs Prozent kommt. Ein Abstand von fast zwei Prozentpunkten, der bei einer Auswertung dieser Größenordnung als klar erkennbarer Trend zu werten ist. Der Studie zufolge spiegelt der Aufstieg der Energy Drinks einen Wandel wider, der sich seit Jahren abzeichnet: Die Getränke seien längst nicht mehr nur bei einer jungen Zielgruppe populär, sondern im Alltag breiter Bevölkerungsschichten angekommen.

Auf Platz drei der beliebtesten Produkte findet sich ein Lebensmittel, das vor wenigen Jahren noch als Nischenprodukt galt: die Avocado. Mit vier Prozent der Top-50-Einträge hat sie sich an die Spitze aller Frischeprodukte gesetzt – gleichauf mit Butter und noch vor Bananen und Äpfeln. Die Plattform erklärt dies unter anderem damit, dass die vergleichsweise teure Frucht häufig in Angebotsaktionen auftauche und so gezielt von preisbewussten Käufern auf die Liste gesetzt werde.

Tiefkühlpizza schlägt frisches Gemüse

Ein Blick auf die weiteren Platzierungen offenbart, was die Deutschen tatsächlich in den Einkaufswagen legen: Chips landen auf Platz fünf, Tiefkühlpizza auf Platz sechs – und damit häufiger auf der Liste als die meisten frischen Gemüsesorten. Lediglich Paprika kann unter den Gemüsearten mithalten. Schokolade komplettiert die Top 10.

„Niemand schreibt auf, was gut klingt oder gesellschaftlich erwünscht ist", heißt es in der Analyse. Die Liste kenne „keine Eitelkeit – sie kennt nur den leeren Kühlschrank".

Die Auswertung fördert auch regionale Unterschiede zutage. In Ostdeutschland führen Energy Drinks die Listen an, während im Westen Cola weiterhin auf Platz eins steht. Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem Süßigkeiten unter den fünf meistgesetzten Produkten auftauchen. Die Stadt Flensburg sticht als besonders naschfreudig hervor.

Mineralwasser weit abgeschlagen – Kindheitsklassiker halten sich

Saisonale Muster zeigen sich ebenfalls deutlich: Vier von fünf Einträgen für Wassermelonen, Kirschen oder Nektarinen entfallen auf die Monate Juni bis August.

Auffällig ist, was in der Rangliste weiter hinten steht: Bier liegt im Mittelfeld, Mineralwasser rangiert mit nur einem Prozent erst auf Platz 43. Am Ende der Top 50 finden sich Produkte, die an Kindheitserinnerungen anknüpfen: Maxi King, Toffifee und Kinder Bueno haben ihren festen Platz auf den deutschen Einkaufslisten – ebenso wie Milchreis und Ofenpommes.