Das sächsische Unternehmen VOWAG GmbH, das mit elektrischen Lastenrädern die urbane Logistik umweltfreundlicher gestalten wollte, steht vor dem endgültigen Aus. Das Amtsgericht Chemnitz hat das Insolvenzverfahren eröffnet, der eingesetzte Insolvenzverwalter sieht keine Möglichkeit mehr, den Betrieb zu retten.
„Alles aus. Die Bude ist insolvent, jede Hoffnung hat sich zerschlagen", sagte Gründer Sven Knorr der Bild. Die Produktionshalle in Plauen sei bereits geräumt. Knorr, ein studierter Maschinenbauer, hatte das Unternehmen 2020 gegründet, um mit kompakten Elektro-Lastenrädern die sogenannte letzte Meile der Lieferkette ökologischer zu gestalten.
Das Kernprodukt der VOWAG, das Modell „Cargo M", war nur 98 Zentimeter breit und galt rechtlich als Fahrrad – es benötigte weder TÜV-Zulassung noch Führerschein und konnte auf Radwegen genutzt werden. Der Elektroantrieb ermöglichte eine Reichweite von 100 Kilometern bei einer Zuladung von bis zu 500 Kilogramm und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern.
Zu wenige Verkäufe und ausbleibende öffentliche Aufträge
Doch der Preis von mehr als 14.000 Euro pro Lastenrad erwies sich als zu hoch. Insgesamt konnte die VOWAG lediglich rund 160 Fahrzeuge absetzen. „Das ist zu wenig. Es haben auch Bestellungen öffentlicher Stellen gefehlt", erklärte Knorr. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise bis zu acht Mitarbeiter.
Das Insolvenzverfahren läuft unter dem Aktenzeichen 205 IN 4/26 am Amtsgericht Chemnitz. Der zum Verwalter bestellte Rechtsanwalt Dr. Marlon Foit hatte zunächst den Auftrag, nach möglichen Investoren zu suchen. Laut Knorr hält Foit das Unternehmen jedoch nicht für sanierungsfähig. Eine Rettung ist damit ausgeschlossen.
Auf der Internetseite der VOWAG wird nach wie vor damit geworben, die „Verkehrswende aktiv mitgestalten" zu wollen. Der 63-jährige Gründer Knorr hat indes andere Pläne: Er wolle sich nun verstärkt um seine Enkel kümmern, sagte er.


