Kriminalität

Einbruch mit Millionen-Beute in Gelsenkirchen: Polizei durchsucht Sparkasse

Unbekannte waren im Dezember in eine Sparkasse eingebrochen und haben womöglich Millionen erbeutet. Nun durchsucht die Polizei die betroffene Filiale.

Unbekannte haben in Gelsenkirchen womöglich Millionen aus einer Sparkassen-Filiale erbeutet.
Unbekannte haben in Gelsenkirchen womöglich Millionen aus einer Sparkassen-Filiale erbeutet.Michael Weber

Die Polizei in Gelsenkirchen hat nach einem aufsehenerregenden Einbruch die betroffene Sparkassenfiliale durchsucht. Ziel des Einsatzes war nach Angaben der Polizei die „Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten“. Zudem habe man einen objektiven Überblick erlangen wollen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es etwa um Fragen wie, welche Mitarbeiter Zugang zum Tresorraum hatten – allerdings habe man keinen Verdacht gegen die Sparkasse oder einzelne Mitarbeiter.

Ende Dezember waren Unbekannte in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer eingebrochen und brachen dort fast alle der 3250 Kunden-Schließfächer auf. Entdeckt worden war der Einbruch vergangene Woche Montag infolge eines Brandmeldealarms. Ersten Schätzungen zufolge erbeuteten die Täter knapp 30 Millionen Euro. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter.

Filiale vorerst geschlossen

Die Filiale bleibt vorerst geschlossen und der Tresorraum wurde von der Polizei versiegelt, wie ein Sparkassensprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Wie lange es noch dauert, bis die Filiale wieder öffnen kann, sei aktuell schwer zu sagen.

Den Angaben zufolge haben bislang mehr als 1500 Kunden Kontakt mit der Bank aufgenommen. Mit ihrer Zustimmung würden die Daten an die Polizei weitergeleitet, die daraufhin automatisch Anzeige erstelle. Laut Sparkasse sind die Schließfächer bis zu einer Summe von jeweils 10.300 Euro versichert. Bei einer Anzahl von mehr als 3000 Fächern ergibt sich daraus eine Schadenssumme von 30 Millionen Euro.

Einbruch wird Thema im Landesinnenausschuss

Mehr als 100 Kunden hätten aber Zusatz-Versicherungen über höhere Summen abgeschlossen, sagte der Sparkassensprecher. Auch bei der Polizei seien teilweise Schadenssummen deutlich über dem versicherten Wert genannt worden, teils sechsstellige, sagte ein Polizeisprecher.

Kommende Woche ist der Einbruch Thema einer Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag eingereicht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach soll es neben dem Sachstand der Ermittlungen auch um Fragen nach Schwachstellen im Sicherheitskonzept der Sparkasse und um mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität gehen. (dpa)