Die Polizei in Gelsenkirchen hat nach einem aufsehenerregenden Einbruch die betroffene Sparkassenfiliale durchsucht. Ziel des Einsatzes war nach Angaben der Polizei die „Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten“. Zudem habe man einen objektiven Überblick erlangen wollen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es etwa um Fragen wie, welche Mitarbeiter Zugang zum Tresorraum hatten – allerdings habe man keinen Verdacht gegen die Sparkasse oder einzelne Mitarbeiter.
Ende Dezember waren Unbekannte in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer eingebrochen und brachen dort fast alle der 3250 Kunden-Schließfächer auf. Entdeckt worden war der Einbruch vergangene Woche Montag infolge eines Brandmeldealarms. Ersten Schätzungen zufolge erbeuteten die Täter knapp 30 Millionen Euro. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter.
Filiale vorerst geschlossen
Die Filiale bleibt vorerst geschlossen und der Tresorraum wurde von der Polizei versiegelt, wie ein Sparkassensprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Wie lange es noch dauert, bis die Filiale wieder öffnen kann, sei aktuell schwer zu sagen.
Den Angaben zufolge haben bislang mehr als 1500 Kunden Kontakt mit der Bank aufgenommen. Mit ihrer Zustimmung würden die Daten an die Polizei weitergeleitet, die daraufhin automatisch Anzeige erstelle. Laut Sparkasse sind die Schließfächer bis zu einer Summe von jeweils 10.300 Euro versichert. Bei einer Anzahl von mehr als 3000 Fächern ergibt sich daraus eine Schadenssumme von 30 Millionen Euro.
Einbruch wird Thema im Landesinnenausschuss
Mehr als 100 Kunden hätten aber Zusatz-Versicherungen über höhere Summen abgeschlossen, sagte der Sparkassensprecher. Auch bei der Polizei seien teilweise Schadenssummen deutlich über dem versicherten Wert genannt worden, teils sechsstellige, sagte ein Polizeisprecher.


