James Comey

Drohung gegen Trump? Ex-FBI-Direktor wegen Muschel-Foto angeklagt

Der frühere FBI-Direktor James Comey wird erneut angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, US-Präsident Trump bedroht zu haben.

Der ehemalige FBI-Direktor James Comey
Der ehemalige FBI-Direktor James ComeyAndrew Harnik/AP/dpa

Das US-Justizministerium hat erneut Anklage gegen den früheren FBI-Direktor James Comey erhoben. Hintergrund ist ein Instagram-Foto mit am Strand arrangierten Muscheln, das nach Auffassung der Behörden eine Drohung gegen US-Präsident Donald Trump darstellt, wie AP berichtet.

Comey hatte demnach im Mai 2025 ein Foto von Muscheln an einem Strand veröffentlicht, die in der Form „86 47“ angeordnet waren. Das Wörterbuch Merriam-Webster definiert die umgangssprachliche Bedeutung von 86 als „hinauswerfen“ oder „loswerden“. Eine neuere und seltenere Bedeutung sei auch „töten“. 47 könnte laut Reuters als Code für Trump, den 47. Präsidenten, verstanden werden.

Comey weist Vorwürfe zurück

Comey entfernte den Post und erklärte laut Reuters kurz nach Veröffentlichung: „Mir war nicht bewusst, dass manche Leute diese Zahlen mit Gewalt in Verbindung bringen. Das ist mir nie in den Sinn gekommen, aber ich lehne Gewalt in jeder Form ab, deshalb habe ich den Beitrag gelöscht.“

In der Anklage wird ihm laut AFP vorgeworfen, die Zahlen seien „ein ernstzunehmender Ausdruck der Absicht gewesen, dem US-Präsidenten Schaden zuzufügen“. Nach Angaben des amtierenden Justizministers Todd Blanche wird Comey in einem Anklagepunkt eine „vorsätzliche Drohung, dem US-Präsidenten das Leben zu nehmen und ihm körperlichen Schaden zuzufügen“ vorgeworfen, in einem weiteren Anklagepunkt eine bundesstaatenübergreifende Drohung. Die Höchststrafe für jeden Anklagepunkt beträgt laut AFP zehn Jahre Haft.

Der frühere FBI-Direktor wies die Vorwürfe zurück. „Ich bin immer noch unschuldig. Ich habe immer noch keine Angst“, sagte Comey laut Reuters in einer Videobotschaft.

Bereits zweite Klage gegen Comey

Trump hatte in einem Interview mit Fox News im vergangenen Mai erklärt, Comey habe „genau gewusst, was das bedeutet“, nämlich einen Verweis auf „Mord“. Der amtierende Justizminister Blanche beschrieb die Anklage laut Reuters bei einer Pressekonferenz als routinemäßiges Verfahren wegen einer Drohung gegen einen Amtsträger.

Trumps Abneigung gegen Comey geht laut Reuters unter anderem auf dessen Rolle bei FBI-Ermittlungen zu angeblichen Verbindungen zwischen Russland und Trumps erstem Wahlkampf 2016 zurück. Im September war eine erste Klage gegen Comey erhoben worden. Ihm wurde vorgeworfen, vor dem Kongress falsche Aussagen gemacht und ein Kongressverfahren behindert zu haben. Eine US-Bundesrichterin wies die Klage jedoch ab. Das Justizministerium hat laut Reuters gegen das Urteil Berufung eingelegt. (mit AFP)