Iran-Krieg

Iranische Angriffe treffen Kuwaits größte Ölraffinerien: Feuer ausgebrochen

Der Iran nimmt am Donnerstag offenbar Kuwait ins Visier. Zuvor hatte Teheran gedroht, die Öl- und Gasindustrien der Golfstaaten „vollständig zu zerstören“. Auch Saudi-Arabien meldet einen Angriff.

Dieses Bild zeigt nach Angaben aus Teherean den Start einer iranischen Rakete am 12. März.
Dieses Bild zeigt nach Angaben aus Teherean den Start einer iranischen Rakete am 12. März.Iran's Islamic Revolutionary Guard Corps/sepahnews.com/AFP

Iranische Drohnen haben am Donnerstag offenbar zwei Raffinerien des kuwaitischen Staatsunternehmens Kuwait National Petroleum Company (KNPC) angegriffen. Das wurde in kuwaitischen Staatsmedien berichtet. Nach Angaben des kuwaitischen Militärs wurden auch iranische Raketen auf das Land abgefeuert. Bei den Attacken brachen Brände aus, verletzt wurde nach offiziellen Angaben niemand. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg infolge der Angriffe auf nahezu 115 Dollar pro Barrel.

Zunächst traf eine Drohne eine Betriebseinheit der Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie, wie die kuwaitische Nachrichtenagentur KUNA meldete. Es handelt sich um Kuwaits größte und älteste Ölverarbeitungsanlage, die rund 40 Kilometer südlich von Kuwait-Stadt an der Golfküste liegt und über eine Kapazität von etwa 730.000 Barrel pro Tag verfügt. Das entstandene Feuer sei begrenzt gewesen und rasch unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Kuwait Petroleum Corporation mit.

Kurz darauf wurde auch die Mina-Abdullah-Raffinerie desselben Unternehmens von einer Drohne getroffen, wie das kuwaitische Informationsministerium auf der Plattform X mitteilte. Auch dort brach ein Brand aus.

Kuwaits Luftabwehr fängt weitere Geschosse ab

Kuwaits Militär bestätigte laut KUNA, dass das Land am selben Morgen einer breiteren Welle von Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt war. Luftabwehrsysteme hätten „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“ auf mehrere Standorte abgefangen, erklärte der Generalstab. In mehreren Landesteilen seien Explosionen zu hören gewesen. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, den Sicherheitsanweisungen zu folgen.

Die Angriffe auf Kuwait stehen im Zusammenhang mit einer sich zuspitzenden Eskalation in der Golfregion. Am Mittwoch hatte Israel das iranische Gasfeld South Pars angegriffen – eine der weltweit größten Erdgaslagerstätten, die rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung sichert. Laut iranischem Staatsfernsehen trafen mehrere Geschosse Einrichtungen in der Energie-Sonderwirtschaftszone der Hafenstadt Asalujeh.

Als Reaktion darauf attackierte der Iran nach amtlichen Angaben aus Doha Flüssiggasanlagen im katarischen Industriegebiet Ras Laffan. Der Betreiber Qatar Energy erklärte, die Anlagen seien schwer beschädigt worden. Katar verwies daraufhin die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft des Landes, wie die dpa berichtete.

Auch eine saudi-arabische Raffinerie ist nach Regierungsangaben am Donnerstag von einer Drohne getroffen worden. Die Schadensbewertung nach dem Angriff auf die Samref-Raffinerie im Industriegebiet von Janbu am Roten Meer laufe, erklärte das saudi-arabische Verteidigungsministerium am Donnerstag. Zuvor war nach Angaben des Ministerium eine auf den Hafen der Stadt abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen worden.

Die Samref-Raffinerie gehört dem saudi-arabischen Ölriesen Aramco und der Mobil Yanbu Refining Company Inc., einer Tochterfirma von ExxonMobil.

Iran droht mit „vollständiger Zerstörung“ der Enegieinfrastruktur am Golf

Die iranischen Revolutionsgarden drohten laut AFP, die Öl- und Gasindustrien der Golfstaaten würden „vollständig zerstört“, sollten Israel und die Ierneut iranische Energieinfrastruktur angreifen. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste potenzieller Ziele, darunter Anlagen in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch Saudi-Arabien wurde nach Angaben des dortigen Verteidigungsministeriums von iranischen Drohnen getroffen. In Riad wurden laut dpa vier Menschen durch Raketentrümmer verletzt.

US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran auf Truth Social, die US-Armee werde „das gesamte South-Pars-Gasfeld in die Luft sprengen“, sollte Teheran erneut Katars Energieinfrastruktur angreifen.

Die Eskalation belastet die globalen Energiemärkte massiv. Der Brent-Ölpreis lag laut AP am frühen Donnerstag bei 111,51 Dollar – ein Anstieg von rund 60 Prozent gegenüber dem Niveau vor Beginn der Krise. Auch der Gaspreis zog deutlich an, die Börsen in Asien gaben nach.