Kriegsverbrechen

Sudan: Mindestens 15 Kinder sterben bei Drohnenangriff auf Vertriebenenlager

Im Sudan töten Drohnenangriffe viele Kinder. Binnen zwei Tagen sterben 57 Zivilisten durch Attacken beider Kriegsparteien. Worum es im Konflikt geht.

Dieses sudanesische Kind hat es in Sicherheit geschafft – in ein Aufnahmelager in Ägypten.
Dieses sudanesische Kind hat es in Sicherheit geschafft – in ein Aufnahmelager in Ägypten.IMAGO/Mohamed Elshahed

Bei einem Drohnenangriff auf ein Lager für Binnenvertriebene in Al Sunut im sudanesischen Bundesstaat Westkordofan sind am Montag, dem 16. Februar 2026, mindestens 15 Kinder getötet worden. Insgesamt kamen laut dem UN-Menschenrechtsbüro 26 Zivilisten ums Leben, zehn weitere wurden verletzt.

UNICEF und der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk machen eine mutmaßliche Drohne der regulären sudanesischen Armee (SAF) für den Angriff verantwortlich. Der Angriff war Teil einer neuen Welle von Drohnenattacken im sudanesischen Bürgerkrieg, der sich derzeit besonders auf die Kordofan-Region konzentriert.

Unicef-Chefin: Ungezügelte Gewalt

Unicef-Chefin Catherine Russell sprach von „ungezügelter Gewalt“, die das Leben und die Sicherheit von Kindern im Sudan massiv bedrohe. In der Kordofan-Region zeigten sich „die gleichen beunruhigenden Muster wie in Darfur – Kinder werden getötet, verletzt, vertrieben und von den Diensten abgeschnitten, die sie zum Überleben brauchen", erklärte Russell in einer offiziellen Stellungnahme. Unicef forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur sowie ungehinderten humanitären Zugang.

Der Angriff auf das Vertriebenenlager war kein Einzelfall. Innerhalb von nur zwei Tagen, am 15. und 16. Februar, wurden laut dem UN-Menschenrechtsbüro mindestens 57 Zivilisten durch Drohnenangriffe in vier sudanesischen Bundesstaaten getötet.

Immer mehr Angriffe mit Drohnen

Am 15. Februar traf eine mutmaßliche SAF-Drohne den Markt von Al Safiya im Bezirk Sudari in Nordkordofan – dort starben 28 Menschen, 13 wurden verletzt. Ebenfalls am 16. Februar sollen Drohnen der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) zwei Grundschulen in Dilling in Südkordofan angegriffen haben; genaue Opferzahlen liegen noch nicht vor. Bereits am 15. Februar traf ein weiterer mutmaßlicher RSF-Drohnenangriff das Krankenhaus Al Mazmoun im Bundesstaat Sennar, wobei mindestens drei Menschen starben und sieben verletzt wurden.

Seit April 2023 kämpfen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) um die Kontrolle des Landes. Die Kordofan-Region mit ihren strategisch wichtigen Verkehrsachsen und der Nähe zu Ölfeldern hat sich Anfang 2026 zu einem Schwerpunkt der Kämpfe entwickelt. UN-Beobachter warnen, dass sich dort Muster schwerer Menschenrechtsverletzungen wiederholen könnten, wie sie zuvor aus Darfur berichtet wurden.