Die Preise für Diesel sind in Deutschland binnen kurzer Zeit deutlich gestiegen und nähern sich dem bisherigen Rekordniveau. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter am Freitag im bundesweiten Durchschnitt 2,291 Euro. Das sind mehr als 12 Cent mehr als noch zwei Tage zuvor.
Damit liegt der Dieselpreis nur noch rund 3 Cent unter seinem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022, der kurz nach Beginn des Ukrainekriegs erreicht worden war.
Auch Benzin verteuerte sich weiter. Ein Liter Super E10 kostete im Tagesdurchschnitt 2,086 Euro. Das entspricht einem Plus von gut 4 Cent im Vergleich zum Mittwoch. Vom bisherigen Höchststand ist E10 allerdings noch rund 12 Cent entfernt.
Krieg treibt Ölpreise
Hintergrund der Entwicklung sind die stark gestiegenen Rohölpreise infolge des Kriegs gegen den Iran. Seit Beginn der Kämpfe haben sich Energiepreise weltweit deutlich erhöht.
Im Vergleich zur Zeit vor Kriegsbeginn ist Diesel inzwischen um mehr als 50 Cent pro Liter teurer, Benzin um rund 30 Cent.
Auch Heizöl wird teurer
Auch die Preise für Heizöl ziehen infolge des Iran-Kriegs weiter an. Im vergangenen Jahr hatte ein Liter laut der Plattform Heizoel24 meist noch unter einem Euro gelegen.
Kritik an Mineralölkonzernen
Neben den gestiegenen Rohölpreisen gibt es auch Kritik an der Preisentwicklung. Verbraucherschützer werfen der Mineralölindustrie vor, die gestiegenen Kosten teilweise überproportional an Kunden weiterzugeben.
Das Bundeskartellamt betont, die Entwicklung genau zu beobachten. „Sollten sich Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne zeigen, würden wir konsequent dagegen vorgehen“, sagte Behördenchef Andreas Mundt. Zugleich schränkte er ein, dass staatliche Eingriffe begrenzt seien. Es gebe „kein Instrumentarium, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen quasi auf Knopfdruck zu verhindern“.
Weitere Entwicklung unklar
Erste Daten vom Samstag deuten darauf hin, dass Diesel weiter leicht teurer werden könnte, während sich die Benzinpreise stabilisieren. Angesichts der starken Schwankungen gilt die weitere Entwicklung jedoch als schwer vorhersehbar. (mit dpa)



