SUVs und Geländewagen führen die automobilen Weihnachtswünsche der Deutschen an, wie eine aktuelle Umfrage des Online-Gebrauchtwagenanbieters Autohero zeigt. Demnach würden sich rund 17 Prozent der Befragten einen SUV unter den Christbaum wünschen, wenn der Weihnachtsmann Autos statt Geschenke verteilen würde. Weitere 10 Prozent hätten am liebsten einen klassischen Geländewagen.
Für die repräsentative Studie befragte Autohero im November 2025 rund 2.000 Personen zu ihren automobilen Präferenzen. Die Teilnehmer sollten angeben, welches Fahrzeug sie sich wünschen würden, wenn Geld und Realismus keine Rolle spielten.
Auf den Plätzen hinter den SUVs folgen Kompaktwagen wie der VW Golf oder der BMW 1er, die von rund 16 Prozent der Befragten favorisiert werden. Elektroautos und Hybride kommen zusammen auf einen Anteil von 13 Prozent der Wünsche. Sportwagen (11 Prozent) und Kleinbusse (8 Prozent) spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.
Studie bestätigt Zulassungstrend
Die Ergebnisse der Wunschzettel-Umfrage decken sich mit dem aktuellen Kaufverhalten der Deutschen. Wie Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und Branchenanalysen zeigen, machen SUVs und Geländewagen im Jahr 2025 zusammen rund 44,5 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen aus.
Damit ist fast jeder zweite neu zugelassene Pkw in Deutschland ein hochbeiniges Modell. Zum Vergleich: Die lange Zeit populäre Kompaktklasse kommt nur noch auf einen Marktanteil von 17,1 Prozent. Bei den Kleinwagen setzt sich der Abwärtstrend mit 12,0 Prozent Marktanteil ebenfalls fort.
SUV-Boom trotz Verbotsforderungen
Der SUV-Trend setzt sich damit ungebremst fort - trotz lauter werdender Forderungen, die oft als zu groß und umweltschädlich kritisierten Fahrzeuge aus den Städten zu verbannen. In einigen Metropolen wie Paris oder London wurden in den letzten Jahren Fahrverbote und Sondersteuern für SUVs diskutiert.
Die Debatte um ein SUV‑Verbot in Deutschland wird vor allem von Umweltverbänden und einigen Politikern vorangetrieben: Die Deutsche Umwelthilfe um Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert seit 2024 mit der Kampagne „Monster‑SUV raus aus meiner Stadt“ Innenstadt‑Einfahrverbote und drastisch höhere Parkgebühren für über fünf Meter lange Fahrzeuge, Resch plädiert zudem für ein EU‑Verbot besonders hoher Motorhauben ab 2035.
Vollbremsung gegen SUV
Unterstützung erhält die DUH von Organisationen wie der BUNDjugend, die mit „Vollgas gegen SUV“ den urbanen Raum weitgehend SUV‑frei machen wollte.
Den politischen Auftakt setzten bereits 2017 die damalige SPD‑Umweltministerin Barbara Hendricks, die SUVs im Stadtverkehr nur noch für „Bauern und Jäger“ für notwendig erklärte, und 2019 der grüne Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel, der nach einem tödlichen Unfall in Berlin „Stadtpanzer“ aus den Innenstädten verbannt sehen wollte.
Die Autohero-Umfrage zeigt jedoch, dass solche Forderungen offenbar nicht die Wünsche der breiten Bevölkerung widerspiegeln. SUVs punkten bei den Kunden vor allem mit einem großzügigen Platzangebot, einer hohen Sitzposition und modernster Technik. Viele Modelle fahren inzwischen auch rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei.
Sicherheit als Zukunftswunsch
Auch bei der Ausstattung ihres Traumautos der Zukunft haben die Deutschen einer klare Präferenz, wie die Umfrage zeigt: Rund 37 Prozent der Befragten wünschen sich ein intelligentes Sicherheitssystem, das Unfälle vorhersehen und verhindern kann. Eine Reichweite von 1.000 Kilometern für E-Autos halten 28 Prozent für besonders wichtig.
Überraschend wenig Interesse zeigen die Studienteilnehmer dagegen an autonomem Fahren (17 Prozent) oder gar an fliegenden Autos (neun Prozent). Auch andere Zukunftsvisionen wie ein Hologramm-Cockpit oder ein KI-Autopilot spielen für die meisten Befragten keine große Rolle.

