Fünf Staaten haben Israel am Montag eindringlich davor gewarnt, eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon zu starten. „Eine bedeutende israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen“, erklärten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada in einer gemeinsamen Mitteilung, wie etwa Reuters berichtet.
„Das muss verhindert werden. Die humanitäre Lage im Libanon, einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung, ist bereits zutiefst alarmierend“, hieß es weiter. Mehr als eine Million Menschen wurden nach Angaben libanesischer Behörden seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon bereits vertrieben.
Bodenoffensive im Libanon: Merz spricht von „Fehler“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnte während einer Pressekonferenz in Berlin vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Iran und bezeichnete sie als „Fehler“. In der gemeinsamen Erklärung der fünf Länder hieß es, die Staaten unterstützen „nachdrücklich Initiativen für Gespräche und fordern dringend eine sofortige Deeskalation“.
Die israelische Armee hatte zuvor bekanntgegeben, einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet zu haben. Der Einsatz sei Teil „umfassender Verteidigungsbemühungen zum Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition“, hieß es in einer Erklärung auf X.
Die Hisbollah hatte nach Beginn des Iran-Kriegs den Norden Israels unter Beschuss genommen. Israel reagierte mit eigenen Angriffen. Die fünf Länder erklärten laut Reuters ihre Unterstützung für Bemühungen der libanesischen Regierung, die Hisbollah zu entwaffnen. Sie verurteilten zudem Angriffe der Gruppe auf Israel und auf die UN-Mission im Libanon sowie die Zivilbevölkerung und medizinisches Personal. (mit AFP)

