Der deutsche Mittelstand blickt mit wachsender Sorge auf seine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Laut dem KfW-Mittelstandspanel erwarten mehr als 40 Prozent aller global konkurrierenden kleinen und mittleren Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Position in den kommenden drei Jahren. Das sind doppelt so viele wie noch zweieinhalb Jahre zuvor. Nur 23 Prozent der Firmen rechnen mit einer Verbesserung.
Besonders stark betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe. Hier erwarten 34 Prozent der Industrieunternehmen wachsenden Preisdruck durch chinesische Anbieter. Ebenfalls registriert fast ein Drittel der Unternehmen eine steigende Qualität der Konkurrenzprodukte. Insbesondere durch den Handel über chinesische Plattformen wie Temu und Shein erhöht sich die Konkurrenz deutlich.
Der Dienstleistungssektor und die Baubranche zeigen sich dagegen weniger besorgt. Ihre Geschäftsmodelle sind stärker regional geprägt und aus China heraus weniger angreifbar.
Preiswerte China-Importe ermöglichen Kostenreduktion
Gleichzeitig profitieren viele Firmen vom Handel mit China: Rund 19 Prozent aller Mittelständler nutzen chinesische Importe, um Kosten zu senken oder ihr Angebot zu erweitern. Im Verarbeitenden Gewerbe greifen sogar fast 30 Prozent der Unternehmen auf günstigere Vorleistungen aus China zurück.
Als größtes Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit bewerten 65 Prozent der international tätigen Mittelständler die Bürokratie in Deutschland. Ein deutlicher Anstieg gegenüber 48 Prozent im Jahr 2023. Steuern und Abgaben empfinden 60 Prozent als gravierend.
Ein Lichtblick: Trotz der negativen Erwartungen für die Zukunft schätzen 44 Prozent der Unternehmen ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit als hoch ein. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozentpunkten im Vergleich zu 2023.
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher forderte angemessene handels- und industriepolitische Antworten auf EU-Ebene. Innovative Unternehmen, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben, hätten größere Chancen, im Wettbewerb zu bestehen.


