Kaufkraft

Deutsche verlieren an Kaufkraft und Wohlstand – Einkommen steigen deutlich langsamer als Inflation

Die Einkommen in Deutschland steigen nur halb so schnell wie die Preise. Normalverdiener verlieren deutlich an Wohlstand.

Die Menschen in Deutschland können sich mit dem gleichen Lohn deutlich weniger leisten als zu Beginn der Pandemie.
Die Menschen in Deutschland können sich mit dem gleichen Lohn deutlich weniger leisten als zu Beginn der Pandemie.Monika Skolimowska/dpa

Die Schere zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten hat sich in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie erheblich geöffnet. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts berichtet, stiegen die Verbraucherpreise im Zeitraum von 2020 bis 2025 um 21,8 Prozent. Die Einkommen legten im selben Zeitraum jedoch nur um gut 11 Prozent zu – also etwa halb so stark.

Das bedeutet konkret: Für viele Beschäftigte in Deutschland reicht das Gehalt heute spürbar weniger weit als noch vor fünf Jahren. Wer ein durchschnittliches Einkommen bezieht, kann sich mit dem gleichen Lohn deutlich weniger leisten als zu Beginn der Pandemie. Die Differenz von rund zehn Prozentpunkten zwischen Preisentwicklung und Einkommenszuwachs entspricht einem realen Kaufkraftverlust, der sich im Alltag bei Lebensmitteln, Mieten, Energie und anderen Ausgaben bemerkbar macht.

Lohnabschlüsse können mit Preisdynamik nicht mithalten

Besonders betroffen sind Normalverdiener, die anders als Spitzenverdiener oder Vermögende kaum Möglichkeiten haben, den Kaufkraftverlust durch Kapitalerträge oder andere Einkommensquellen auszugleichen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeichnen damit ein Bild wachsender wirtschaftlicher Belastung für breite Bevölkerungsschichten.

Die Entwicklung ist das Ergebnis mehrerer Krisenjahre: Auf die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Pandemie folgten die Energiepreiskrise infolge des Kriegs in der Ukraine sowie eine anhaltend hohe Inflation, die erst zuletzt wieder leicht zurückging. Die Lohnabschlüsse konnten mit dieser Preisdynamik nicht Schritt halten.