Polizei

Deutsche Kriminalstatistik zeigt: Weniger Straftaten, mehr Tötungen und schwere Sexualdelikte

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 ist veröffentlicht. Während Anstiege bei Morden und sexuellen Übergriffen erklärbar sind, ist die Jugendstatistik bedenklich.

Die Kriminalstatistik der Polizei für 2025 verzeichnet insgesamt einen Rückgang der Straftaten.
Die Kriminalstatistik der Polizei für 2025 verzeichnet insgesamt einen Rückgang der Straftaten.David Young/dpa

Die Polizei hat in Deutschland im vergangenen Jahr 5.508.559 Straftaten registriert und damit 5,6 Prozent weniger als 2024. Das geht aus der am Montag in Berlin vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor. Trotz des Gesamtrückgangs verzeichneten die Behörden bei mehreren besonders schweren Deliktsformen teils kräftige Zuwächse, darunter Tötungsdelikte und Sexualstraftaten.

Vorgestellt wurden die Zahlen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Präsident Holger Münch sowie Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), der derzeit die Innenministerkonferenz leitet. Die Aufklärungsquote blieb mit 57,9 Prozent nahezu unverändert. Klammert man ausländerrechtliche Verstöße aus, fällt der Rückgang mit 4,4 Prozent geringer aus.

Unerlaubte Einreisen gingen um 27,5 Prozent zurück, unerlaubte Aufenthalte um 31,3 Prozent. Das BKA führt dies auf intensivere Grenzkontrollen und veränderte Fluchtursachen zurück, etwa den Machtwechsel in Syrien. Einen weiteren Sondereffekt liefert die Teillegalisierung von Cannabis-Besitz und -Anbau im April 2024. Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank um 27,7 Prozent.

Tötungsdelikte steigen: Berliner Mordserie wiegt schwer

Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen meldet die Statistik einen Anstieg um bis zu 8,4 Prozent. Das BKA ordnet die Zunahme als innerhalb der üblichen Schwankungen liegend ein. 79 der erfassten Mordfälle entfallen demnach auf die Berliner Mordserie, in der ein ehemaliger Palliativmediziner verdächtigt wird, schwer kranke Menschen unter Ausnutzung ihrer Lage getötet zu haben.

Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall stiegen die Fallzahlen um rund 10,3 Prozent. Das BKA geht von einer höheren Anzeigebereitschaft aus. In etwa drei Viertel dieser Fälle kannten sich Opfer und Täter zuvor. Die Verbreitung jugendpornografischer Inhalte legte um 19,9 Prozent zu.

Auch Leistungsbetrug (plus 11,5 Prozent) und Wohnungseinbrüche nahmen zu. Rückläufig waren Raub und räuberische Erpressung mit minus 7,1 Prozent sowie Diebstahlsdelikte. Die Gewaltkriminalität insgesamt sank um 2,3 Prozent.

Sorge bereitet die Entwicklung bei jungen Tatverdächtigen. Die Zahl der durch Gewaltkriminalität auffällig gewordenen Kinder stieg um 3,3 Prozent auf rund 14.200. Der Anstieg fiel damit geringer aus als im Vorjahr mit plus 11,3 Prozent, setzt den Aufwärtstrend in dieser Altersgruppe aber fort. (mit AFP und dpa)