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Deutsche Industrie investiert so oft wie lange nicht im Ausland

Laut einer DIHK-Umfrage erreicht das Kostenmotiv den höchsten Wert seit 2003. Besonders Asien gewinnt als Zielregion an Bedeutung.

Brandenburg, Nauen: Waschmaschinen werden in einem BSH-Werk produziert.
Brandenburg, Nauen: Waschmaschinen werden in einem BSH-Werk produziert.dpa-Zentralbild/Ralf Hirschberger

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat in einer Sonderauswertung ihrer Konjunkturumfrage festgestellt, dass deutsche Industrieunternehmen in wachsendem Maße auf Investitionen im Ausland setzen – getrieben vor allem von steigenden Kosten und schwindender Wettbewerbsfähigkeit am Heimatstandort.

Laut der Erhebung unter 1700 Industrieunternehmen planen in diesem Jahr 43 Prozent der Betriebe Investitionen außerhalb Deutschlands – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig: 41 Prozent der Firmen nannten Kosteneinsparung als Motiv, ein Plus von sechs Prozentpunkten und der höchste Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier benannte die Ursachen klar: „Steigende Kosten, strukturelle Probleme und eine schwache Konjunktur am Standort Deutschland.“ Die Betriebe verlören das Vertrauen in die Standortbedingungen hierzulande.

Nordamerika verliert, Asien holt auf

Bei den Zielregionen zeigt sich eine deutliche Verschiebung. Nordamerika büßt an Attraktivität ein – der Anteil sank von 48 auf 44 Prozent. Treier führte dies auf den Zollkonflikt mit den USA zurück. Gleichzeitig gewinnt Asien an Bedeutung: In China stieg der Anteil von 31 auf 34 Prozent, die übrige Region Asien/Pazifik legte von 21 auf 26 Prozent zu. „In Asien setzen die Unternehmen wieder stärker auf ‚local for local'“, erklärte Treier – also darauf, Produkte dort herzustellen, wo sie auch verkauft werden.

Die Eurozone bleibt mit 64 Prozent die wichtigste Zielregion. Stabilität, Binnenmarkt und gemeinsame Währung bieten laut DIHK weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen. (mit dpa)