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Aus Frankreich kommt das Videospiel des Jahres: Das ist „Clair Obscur: Expedition 33“

Ein französisches Spiel gewinnt überraschend alle großen internationalen Preise. Es beeindruckt mit seiner Geschichte und seinen Synchronsprechern.

Die Charaktere und die Spielwelt von „Clair Obscur: Expedition 33“ (Aufnahme aus dem Spiel)
Die Charaktere und die Spielwelt von „Clair Obscur: Expedition 33“ (Aufnahme aus dem Spiel)Sandfall Interactive/Kelper Interactive

Das Videospiel „Clair Obscur: Expedition 33“ des französischen Entwicklers Sandfall Interactive hat am Freitag die Auszeichnung für das beste Spiel des Jahres 2025 bei den prestigeträchtigen Game-Awards der Britischen Akademie für Film- und Fernsehkunst (BAFTA) gewonnen. Damit hat das Rollenspiel alle fünf der größten internationalen Spieleauszeichnungen eingefahren und wurde inzwischen von mehr als 500 verschiedenen Stellen zum Spiel des vergangenen Jahres gewählt.

Zuvor hatte das in Montpellier entwickelte Spiel bereits Erfolge bei den Golden Joystick Awards, den Game Awards, den Dice Awards und den GDC Awards gefeiert. Es sind die relevantesten internationalen Preisverleihungen der Spielebranche.

Storytelling und Schauspielleistung stechen hervor

Die große Stärke von „Clair Obscur: Expedition 33“ ist nach Meinung von Kritikern und Spielern seine Geschichte und wie sie erzählt wird. Die Prämisse ist so bizarr wie düster: Auf einer abgelegenen Insel malt eine Göttin jedes Jahr eine Zahl auf, die jährlich um eins kleiner wird. Jeder Mensch, dessen Alter diese Zahl überschreitet, stirbt. Immer wieder brechen Expeditionen auf, um die sogenannte Malerin aufzuhalten.

Das Spiel folgt der Expedition 33 und ihren Protagonisten. Letztere gelten als besondere Stärke, auch aufgrund der schauspielerischen Leistungen der englischsprachigen Synchronsprecher. Mit Jennifer English ist eine Sprecherin und Schauspielerin Computerspielfans bereits bestens bekannt: Die 35-jährige Britin übernahm zuvor bereits eine Rolle im Fantasy-Spiel „Baldur’s Gate 3“, das in den Jahren 2023 und 2024 als erstes ebenfalls alle fünf großen Branchen-Awards gewann und von Fans und Kritikern gefeiert wird.

Europäische Spiele gewinnen an Bedeutung

Im Videospiel selbst tritt man im rundenbasierten Kampf gegen Monster an, erkundet Orte, trifft Fabelwesen und verschiedene skurrile Charaktere, während die Handlung voranschreitet. Die visuelle Präsentation und gesamte Atmosphäre werden von Kritikern gelobt: Bei hochwertiger Grafik bewegen sich Spieler durch eine faszinierende und Welt mit einzigartiger Ästhetik und einprägsamen Soundtrack.

Das Spiel kostet je nach Plattform normalerweise um die 50 Euro, ist ein Jahr nach der Veröffentlichung aber mittlerweile häufiger Teil von Rabattaktionen. Es bietet rund 45 Stunden Spielzeit.

Das französische Studio Sandfall Interactive zeigt mit dem enormen und durchaus überraschenden Erfolg des Spiel, dass neben asiatischen und amerikanischen Spielemachern auch Europas Branche Top-Titel produzieren und die wichtigsten Auszeichnungen gewinnen kann. Einige Beispiele dafür gab es durchaus schon vorher, so zum Beispiel das zuvor erwähnte „Baldur’s Gate 3“ vom belgischen Entwickler Larian Studios oder auch „The Witcher 3: Wild Hunt“ aus Polen aus dem Jahr 2015.