Industriepolitik

Chinesische Firmen sichern sich Afrikas Automarkt

Mit Bausatzlösungen für Elektro-Vans bauen chinesische Hersteller lokale Produktionskapazitäten in Afrika auf. Deutschland spielt kaum eine Rolle.

Noch dominieren in Afrika importierte Fahrzeuge das Strassenbild. (Haptverkehrsache in Nairobi / Kenia)
Noch dominieren in Afrika importierte Fahrzeuge das Strassenbild. (Haptverkehrsache in Nairobi / Kenia)IMAGO / photothek

Chinesische Unternehmen festigen ihre Position auf dem afrikanischen Markt. Bisher exportierte China Autos nach Afrika. Nun beginnen erste Firmen, lokale Produktionsstätten in Äthiopien, Kenia und Nigeria aufzubauen. Weitere Standorte sollen folgen. Ist dieser Weg erfolgreich, könnte China schnell zum führenden Autoproduzenten in Afrika aufsteigen.

In der nigerianischen Großstadt Lagos hat das Unternehmen Saglev damit begonnen, elektrische Passagierbusse aus Bausätzen des chinesischen Herstellers Dongfeng zu montieren. Bis zu 2500 Fahrzeuge pro Jahr sollen vom Band laufen, insgesamt 17 Elektromodelle für Nigeria und Westafrika, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. „Das ist ein klares Signal, dass Elektromobilität in Nigeria praktikabel und skalierbar ist“, sagte Saglev-Chef Olu Falaye.

In Kenia hat das chinesisch finanzierte Unternehmen Rideence Africa einen Vertrag über 2,46 Millionen Dollar mit dem Montagewerk Associated Vehicle Assemblers in Mombasa geschlossen. Dort sollen Elektrotaxis und Minibusse gefertigt werden. In Äthiopien montiert die Belayneh Kinde Group bereits rund 150 Minibusse monatlich aus chinesischen Komponenten.

Produktion nach dem Baukastenprinzip

Die geplanten Produktionsanlagen sind dabei keine vollwertigen Fabriken, sondern eher Montagehallen. In diesen werden chinesische Komponenten nach einem Baukastenprinzip zusammengesetzt. Wie Don Dahlmann im Businessinsider darlegt, sind die Vorteile klar. Die Chinesen erhalten privilegierte Marktzugänge, ohne große Kapitalmengen investieren zu müssen. In Afrika entstehen dabei Arbeitsplätze und es beginnt ein erster Technologie-Transfer.

Bislang konzentriert sich die nennenswerte Fahrzeugproduktion in Afrika fast ausschließlich auf Marokko und Südafrika. Bisher dominieren dort deutsche und japanische Firmen. Insgesamt wurden laut Africa Mobility Alliance zuletzt nur 1,1 Millionen Fahrzeuge in ganz Afrika gefertigt. Das ist weniger als ein Viertel der deutschen Jahresproduktion.

China steigert Auto-Exporte nach Afrika massiv

Parallel zur lokalen Montage wachsen Chinas Fahrzeugexporte nach Afrika rasant: Laut dem Logistikunternehmen CEVA stiegen sie zwischen 2020 und 2024 von 150.000 auf 370.000 Einheiten. Allein in den ersten fünf Monaten 2025 wurden 222.000 Fahrzeuge verschifft. Damit stieg China im letzten Jahr zum größten Exporteur von Autos nach Afrika auf. Bei der Produktion könnte sich bald Ähnliches vollziehen. Zumal die Investitionen ausschließlich im Bereich der Elektromobilität stattfinden.