Seltene Erden

Chinas Exporte von Seltenerdmagneten legen zu – Lieferungen in die USA sinken deutlich

Die neuen Zahlen aus Peking verweisen auf die strategische Bedeutung kritischer Mineralien für Industrie und Rüstung. Deutschland ist größter Abnehmer chinesischer Seltenerdmagneten.

Mineral mit seltenen Erden: China dominiert den Weltmarkt bei wichtigen Rohstoffen.
Mineral mit seltenen Erden: China dominiert den Weltmarkt bei wichtigen Rohstoffen.Kyodo News/imago

Chinas Ausfuhren von Seltenerdmagneten sind in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 8,2 Prozent auf 10.763 Tonnen gestiegen, wie aus am heutigen Freitag veröffentlichten Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht. Gleichzeitig gingen die Lieferungen in die USA im Jahresvergleich um 22,5 Prozent auf 994 Tonnen zurück, wie Reuters unter Berufung auf die Behörde berichtete.

Die fünf größten Abnehmer chinesischer Seltenerdmagnete waren demnach Deutschland, Südkorea, die USA, Vietnam und Frankreich. Die Exporte nach Japan stiegen trotz chinesischer Exportbeschränkungen für einzelne Militär- und Industrieunternehmen um 9,5 Prozent auf 444 Tonnen. Reuters wies darauf hin, dass monatliche Schwankungen bei diesen Daten üblich seien.

China ist der weltweit größte Hersteller von Seltenerdmagneten, die unter anderem in Mobiltelefonen, Elektroautos und Rüstungsgütern verbaut werden. Im April 2025 setzte Peking mehrere Seltene Erden und die daraus gefertigten Magnete auf eine Exportkontrollliste. Dennoch sind die Ausfuhren vieler Magnettypen laut Reuters seither stetig gewachsen.

Streng kontrolliert werden hingegen Nischenelemente wie Yttrium, das in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommt. Im Februar 2026 exportierte China 20 Tonnen Yttriumoxid und andere Yttriumverbindungen. Das war das höchste Monatsvolumen seit Einführung der Kontrollen, lag aber weiterhin unter dem Niveau von 2024.

Kritische Mineralien als Thema bei Handelsgesprächen

Die Zolldaten fallen in eine Phase intensiver diplomatischer Kontakte zwischen Washington und Peking. Am 15. März verhandelten US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vize-Premierminister He Lifeng in der OECD-Zentrale in Paris.

Dabei sprachen die US-Vertreter auch den Zugang amerikanischer Unternehmen zu kritischen Mineralien in China an, berichtete Reuters vor einigen Tagen unter Berufung auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind. Konkret äußerten sie Sorgen über ausbleibende Yttrium-Lieferungen für die US-Luftfahrtindustrie. Beide Seiten hätten in schwierigen Bereichen bei kritischen Mineralien „einige Wege“ für eine Lockerung gefunden. Details wurden nicht genannt.

Trumps Peking-Reise verschoben

Der für Ende März geplante Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking wurde am 17. März um etwa fünf bis sechs Wochen verschoben. „Wir setzen das Treffen neu an“, sagte Trump im Oval Office. Er verwies dabei auf die Lage im Iran-Konflikt. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington erklärte am selben Tag, dass beide Seiten weiterhin in Kontakt über den Besuch und dessen Termin stünden.