Außenhandel

China wieder größter Handelspartner Deutschlands: Doch das Defizit wächst

Deutschlands Exporte nach China sinken deutlich, während die Einfuhren steigen. Der Außenhandelsverband BGA warnt vor einer strukturellen Schieflage.

China ist wieder zum größten Handelspartner Deutschlands aufgestiegen.
China ist wieder zum größten Handelspartner Deutschlands aufgestiegen.Marcus Brandt / dpa

China ist erneut Deutschlands wichtigster Außenhandelspartner. Gleichzeitig verschärft sich jedoch das Ungleichgewicht im bilateralen Handel: Die deutschen Ausfuhren in die Volksrepublik gehen spürbar zurück, während die Importe aus China weiter zunehmen. Das Handelsdefizit mit Peking wächst damit weiter an.

Die erneute Dominanz Chinas gründet sich vor allem auf dem sinkenden Austausch mit den USA. Der Handel mit den USA ging 2025 um fünf Prozent zurück. Bereits seit 2015 dominieren chinesische Waren den deutschen Import. Importiert werden dabei nach Angaben der Bundesstatistik vor allem Datenverarbeitungsgeräte wie Computer oder Smartphones, optische Erzeugnisse wie Linsen und Mikroskope sowie Investitionsgüter.

„Protektionismus dort, strukturelle Schieflage hier“

Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, sieht darin ein alarmierendes Zeichen. „Unsere Exporte nach China gehen deutlich zurück. Das ist kein konjunktureller Ausrutscher, das ist ein Warnsignal“, sagte Jandura. Er verwies auf eine doppelte Belastung für die deutsche Exportwirtschaft: „Protektionismus dort, strukturelle Schieflage hier – das ist kein komfortables Umfeld für eine Exportnation.“

USA verlieren stark an Gewicht

Parallel zur wachsenden Abhängigkeit von China hat die Relevanz der Vereinigten Staaten als Handelspartner Deutschlands deutlich abgenommen. Die USA, lange Zeit einer der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Unternehmen, verlieren im Außenhandelsranking spürbar an Gewicht.

Die Kombination aus zunehmender protektionistischer Handelspolitik in den USA und dem schrumpfenden China-Geschäft stellt die exportorientierte deutsche Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Die Entwicklung dürfte die Debatte über eine stärkere Diversifizierung der Handelsbeziehungen weiter befeuern.