Chinas neue Exportlizenzen für Silber ab dem 1. Januar dürften den weltweiten Silbermarkt weiter anspannen und die Preise in die Höhe treiben, warnen Marktbeobachter. Die Volksrepublik will mit dem Schritt ihre strategischen Industrien priorisieren.
Strenges Lizenzsystem
Das chinesische Handelsministerium ersetzt die bisherigen Exportquoten durch ein strengeres Lizenzsystem. Nur noch Unternehmen, die hohe Auflagen erfüllen, dürfen Silber ins Ausland verkaufen. Lediglich 44 Firmen sind für 2026-2027 qualifiziert.
Experten sehen darin ein Signal, dass China die Silberexporte weiter drosseln wird. „Während der Ansatz helfen kann, Silber in China zu sichern, könnte er den Zugang zu dem Metall für Firmen und Investoren außerhalb des Landes beeinträchtigen“, sagt Joseph Dahrieh von Tickmill.
Silberpreis schon um 175 Prozent gestiegen
Silberpreise sind 2025 bereits um bis zu 175 Prozent gestiegen. Nun könnte die Lizenzpflicht die Verfügbarkeit außerhalb Chinas zusätzlich einschränken und Preise von derzeit rund 70 auf bis zu 100 US-Dollar pro Unze treiben, schätzen Analysten.
Die USA haben Silber 2025 auf ihre Liste kritischer Rohstoffe gesetzt. Das Edelmetall wird etwa für Solarzellen, Elektroautos und Elektronik benötigt. Elon Musk warnte auf Twitter: „Das ist nicht gut. Silber wird für viele industrielle Prozesse gebraucht.“

