Geopolitik

China stärkt Beziehungen zu Kuba und Uruguay – Streit mit Panama verschärft sich

China baut seine Beziehungen zu Kuba und Uruguay aus und verspricht mehr Hilfe für Havanna. Gleichzeitig verschärft sich der Streit mit Panama um strategische Hafenanlagen am Panamakanal.

Ein Containerschiff fährt durch den Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.
Ein Containerschiff fährt durch den Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.CHINATOPIX/dpa

China baut seine Beziehungen zu mehreren Staaten in Lateinamerika aus und verspricht zusätzliche Unterstützung für Kuba sowie eine engere Zusammenarbeit mit Uruguay. Gleichzeitig verschärft sich ein Streit mit Panama über strategisch wichtige Hafenanlagen am Panamakanal.

Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte bei einem Treffen mit seinem kubanischen Kollegen Bruno Rodríguez Parrilla in Peking, China werde Kuba weiterhin „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ unterstützen. Peking stehe an der Seite Havannas beim Schutz seiner Souveränität und lehne „unangemessene externe Einmischung“ ab, zitierte das chinesische Außenministerium Wang.

Kubas Energiekrise verschärft sich

Kuba steckt derzeit in einer schweren Energiekrise. Nach dem Ausfall von Öllieferungen aus Venezuela kommt es auf der Karibikinsel zu massiven Stromausfällen, die auch die Versorgung mit Wasser sowie den Betrieb von Krankenhäusern beeinträchtigen. China kündigte an, insgesamt 30000 Tonnen Reis als Nothilfe zu liefern. Erste Lieferungen seien bereits angekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Auch Uruguay intensiviert seine Beziehungen zu China. Präsident Yamandú Orsi reiste zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Peking, begleitet von einer großen Delegation aus Politik und Wirtschaft. Beide Länder unterzeichneten mehrere Abkommen über Zusammenarbeit in Bereichen wie Technologie, Handel und Rohstoffe.

Streit um Hafenanlagen am Panamakanal eskaliert

Parallel dazu verschärft sich ein Konflikt zwischen China und Panama. Hintergrund ist eine Entscheidung des Obersten Gerichts Panamas, eine Konzession für Hafenanlagen am Panamakanal für verfassungswidrig zu erklären. Die Anlagen werden von einer Tochter des Hongkonger Konzerns CK Hutchison betrieben.

China reagierte scharf auf das Urteil. Behörden in Peking bezeichneten die Entscheidung als „völlig absurd“ und warnten Panama vor politischen und wirtschaftlichen Folgen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg wies China staatliche Unternehmen an, Gespräche über neue Projekte in Panama auszusetzen. Zudem sollen chinesische Behörden die Kontrollen von Importen aus Panama verschärfen. Die Panama Ports Company, eine Tochtergesellschaft der Hongkonger CK Hutchison Holdings, fordert von Panama zwei Milliarden US-Dollar Schadensersatz wegen der „illegalen“ Übernahme der Häfen.

Die Entwicklungen fallen in eine Phase wachsender geopolitischer Spannungen in Lateinamerika. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump versucht, ihren Einfluss in der Region auszubauen und richtet dabei auch den Blick auf den Panamakanal, den das Weiße Haus als strategisch besonders wichtig einstuft.