Chinesische Hersteller haben ihre Absatzmärkte 2025 systematisch diversifiziert und damit den Rückgang der Lieferungen in die USA mehr als ausgeglichen. Das Ergebnis: ein Rekord-Handelsüberschuss von 1,19 Billionen US-Dollar, über das auch die Berliner Zeitung heute berichtete.
Die am Mittwoch veröffentlichten Zolldaten zeigen, dass die Exporte im Jahresvergleich um 5,5 Prozent auf 3,77 Billionen US-Dollar stiegen – stärker als die vom Finanzdatenanbieter Wind prognostizierten fünf Prozent. Die Importe blieben mit 2,58 Billionen US-Dollar nahezu unverändert.
Am meisten Handel in Asien selbst
Der Verband südostasiatischer Nationen (Asean) ist mittlerweile Chinas größter Handelspartner. Die Exporte nach Vietnam, Malaysia und Thailand sind stark gestiegen. Diese Länder dienen nicht nur als Absatzmärkte, sondern auch als Standorte für die Weiterverarbeitung chinesischer Vorprodukte.
In Lateinamerika wächst der Handel mit Brasilien, Chile und Mexiko rasant. Mexiko nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Chinesische Firmen nutzen das USMCA-Handelsabkommen, um über mexikanische Standorte zollfrei in die USA zu exportieren. Die Exporte nach Afrika verzeichneten überdurchschnittliche Zuwächse. China festigt dort seine Position als Infrastruktur-Finanzier im Rahmen der „Belt and Road Initiative". Auch der Handel mit Russland und zentralasiatischen Ländern wurde intensiviert.
Dezember-Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich
Im Dezember allein legten die Ausfuhren um 6,6 Prozent zu – deutlich über der Wind-Prognose von 2,2 Prozent und stärker als das November-Wachstum von 5,9 Prozent. Die Einfuhren wuchsen um 5,7 Prozent, während Analysten einen leichten Rückgang erwartet hatten. Der Handelsüberschuss für Dezember betrug 114 Milliarden US-Dollar. Bereits im November hatte der kumulierte Überschuss erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten.
Die Widerstandsfähigkeit des chinesischen Außenhandels wird darauf zurückgeführt, dass die am schnellsten wachsenden Sektoren nur begrenzt vom US-Markt abhängig sind.
Strategien zur Umgehung von Handelsbarrieren
Chinesische Unternehmen verlagern zunehmend Endfertigungsstufen in Drittländer wie Vietnam und Mexiko, um das Label „Made in China" zu vermeiden. Waren werden teilweise über ASEAN-Staaten verschifft, dort minimal verarbeitet oder neu verpackt. Die USA gehen allerdings verstärkt gegen diese Praxis vor und prüfen Zölle auf Produkte aus Drittländern, die chinesische Vorprodukte enthalten.

