Die für den 16. Februar geplante Premierenfahrt der neuen BVG-Straßenbahn wurde am Wochenende kurzfristig abgesagt. Die Einladungen waren bereits verschickt, als die Verkehrsbetriebe mitteilten, dass „auf der Zielgeraden des Genehmigungsprozesses" noch weitere Punkte zu überprüfen seien.
Die sogenannten Urbanliner sind mit 50,89 Metern Länge etwa zehn Meter länger als bisherige Modelle und bieten Platz für bis zu 312 Fahrgäste. Im Juli 2024 wurden die Fahrzeuge noch mit politischer Prominenz auf dem Betriebshof Lichtenberg vorgestellt. Damals hieß es, die Züge sollten ab Frühjahr 2025 auf der chronisch überfüllten Linie M4 zwischen Hohenschönhausen und Hackeschem Markt eingesetzt werden.
Seitdem wurde der Starttermin mehrfach verschoben: zunächst auf Sommer 2025, dann auf Februar 2026. Die BVG betonte zwar, man habe „mit großem Einsatz" an den Voraussetzungen für den Start gearbeitet, doch offenbar traten mehr Probleme auf als erwartet.
Gewicht der Züge möglicherweise problematisch
Vor der Zulassung müssen zahlreiche technische Parameter geprüft werden: Beschleunigungswerte, Bremsvermögen, Energieverbrauch, Lärmemissionen sowie die Haltbarkeit von Wagenkasten und Fahrwerken. Was genau zur erneuten Absage führte, teilte die BVG nicht mit, wie die B.Z. berichtet.
Fachleute weisen jedoch seit Monaten auf ein mögliches Problem hin: Die Züge wiegen vollbesetzt rund 100 Tonnen und könnten für einige Brücken entlang der Strecke zu schwer sein.
Die BVG äußerte sich ausweichend: „Für die Fahrgäste ändert sich durch die Verschiebung nichts: Auf der Linie M4 sind weiterhin moderne Straßenbahnen im Einsatz."


